AC Germania sichert sich wichtigen Punkt gegen Favoriten Werdau

AC Germania ArternAC 1897 Werdau

14 - 14


2015-11-08-001

Steve Brylla gewann in einem spannenden Duell gegen Deward Stier nach Punkten.

Bericht: Thomas Grosche

Was war das wieder für ein spannender Ringkampfabend, von himmelhoch Jauchzend bis zuTode betrübt war wieder einmal alles dabei. Doch das Ende hatte es auch diesmal in sich und war weiss Gott nichts für schwache Nerven. Hätte man den Germanen vor dem Kampf ein Unentschieden angeboten, sie hätten es sofort angenommen. Nach dem Kampf war das Unentschieden dann doch schmerzlich für Fans und Athleten. Was ist das nur für eine verrückte Welt!?

Wobei, die Verrückten kommen eindeutig aus Werdau. Schon 17.30 Uhr war ein Krawall in der Unstruthalle, das es die Einheimischen mit der Angst zu tun bekamen. Scheinbar wollte ein Bus voller Narren eigentlich zum Christopher Street Day und war nur verkehrt abgebogen. Doch es stellte sich heraus, hinter der Maskerade versteckten sich sich die Werdauer Fans und die waren ob der langen Anreise schon richtig im Gange. Allerdings wurden Sprechchöre, die am Anfang noch lautstark „Auswärtssieg“ skandierten, mit fortschreitenden Kampfverlauf immer einsilbiger um nach dem vorletzten Kampf komplett zu verstummen. Das hätte keiner gedacht, der Favorit aus Sachsen kam in der Unstruthalle ganz schön ins schlingern und entging nur knapp einer Niederlage, wobei es für die Gäste gerade in der der Hälfte der Begegnung optimal lief. Schon zur Pause stand es 5 zu 10 für die Werdauer, doch auch für die Germanen lief bei diesem Punktstand noch alle nach Plan.

Das Anulak Eisenhart gegen den Modawier Ion Lefter auf verlorenem Posten stand, hatte Trainer Michael Getschmann schon einkalkuliert. Auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt, ein Wunder blieb an diesem Abend in der Gewichtsklasse bis 57 kg aus. Ebenfalls nach Plan lief es für Daniel Geist. Gegen WM-Teilnehmer Attila Szmik sollte Geisti wenn möglich nur 2 Mannschaftspunkte abgeben. In letzter Sekunde verkürzte er den Punkterückstand auf 6 zu 12 und opferte nur die beiden vorgegebenen Mannschaftspunkte.

Gegen Josef Molnar erging es Stephan Knopf ähnlich wie Anulak Eisenhart, auch hier war für die Germanen kein Blumentopf zu gewinnen. Aber auch das hatte man eingerechnet. Punkten musste Plamen Tashev, der sich trotz Verletzungshandicap dem Kampf gegen Vojtech Kuala stellte. Beide Athleten schenkten sich nichts und es ging volle 6 Minuten hin und her. Die letzte erkämpfte Wertung entschied den Kampf für Palmen Tashev, der den ersten Punkt auf dem Mannschaftskonto gutschreiben ließ. Doch den Paukenschlag vor der Pause setzte Marko Scherf, der Niklas Ohff auf Schultern besiegte. So stand es 5 zu 10 zur Pause und für die Germanen war alles im grünen Bereich.

In die Karten der Germanen spielt das Handicap der Werdauer, das sich Punktegarant Franco Büttner verletzt hat und Trainer Kirk Haupt versucht, das Loch zu stopfen. Doch gegen den Germanen Markus Knobel mühte sich der Werdauer vergeblich. Nach 2 Minuten fand er sich auf den Schultern wieder. Artern verkürzt auf 9 zu 10. Der Geräuschpegel auf den Rängen verschiebt sich immer mehr zu Gunsten der Gastgeber und noch 4 Kämpfe stehen aus.

Noch lauter wird es, als Steve Brylla schon nach einer Minute 4 zu 0 gegen Deward Stier führt. Doch die Nerven der Zuschauer werden in den folgenden Minuten tüchtig malträtiert. Der junge Stier macht seinem Namen alle Ehre und kommt zurück in den Kampf. In den letzten 40 Sekunden machte der Sachse noch 4 Wertungspunkte und verkürzt auf 10 zu 9. Nach souveränem Auftakt wird es eine ganz knappe Kiste für Steve Brylla.

Bis zum Ende kann dagegen Oldrich Varga powern. Er und sein tschechischer Traningskamerad Jan Zizka präsentieren sich in einer absolut bundesligatauglichen Form und sind auch in der letzten Minute des Kampfes nicht Tod zu kriegen. So holt sich Olda kurz vor Schluss den entscheidenden Punkt zum 8 zu 0 gegen Chris Schneider und stellt den 13 zu 10 Zwischenstand her. Zwei Kämpfe stehen noch aus und ausgerechnet hier haben die Werdauer mit Felix Pflauger und Engin Ismail zwei ganze heiße Eisen im Feuer. Jan Zizka muss ajs erster auf die Matte und hat den erwartet schweren Stand gegen Pflauger. Nach 3 Minuten führt der Sachse 4 zu 2 und baut auf 5 zu 2 aus. Die Spannung ist geradezu greifbar, schließlich muss Jan Zizka unbedingt punkten, um die Germanen im Rennen zu halten. Und wieder ist es die unnachahmliche Manier des Jan Zizka, gerade auch in diesen Situationen die Nerven zu behalten und zu kämpfen. Und er kämpft. Die Zuschauer stehen kurz vor dem kollektiven Kreislaufkollaps, die Spannungen zwischen die Fanlagern sind schon längst einer sportlichen Begeisterung gewichen und auf der Matte fetzen sich Jan Zizka und Felix Pflauger. In der vorletzten Kampfminute gleicht Jan aus, es steht 5 zu 5 und nur 30 Sekunden später holt Jan den nächsten Zweier zum 7 zu 5 Endstand. Wahnsinn. Beim Stand von 14 zu 10 ist eine Niederlage nicht mehr möglich und schließlich haben die Germanen noch Juan Nguyen. Doch diesmal läuft für den Freistiler alles schief. Die ersten 90 Sekunden hat Jan die Übersicht und auch die Kontrolle über den Kampf. Doch danach gelingt es dem Bulgaren Engin Ismail Juan durch eine Aktion in die gefährliche Lage zu bringen, aus der sich der Germane nicht mehr befreien kann. Und da steht es 14 zu 14. Ein Unentschieden welches eigentlich Gold wert ist, fühlt sich Bruchteile für Sekunden wie eine Niederlage an. Doch den Film sollten wir im Kopfkino ganz schnell löschen. Beim Hinkampf verloren die Germanen in Werdau 22 zu 4, ganze 2 Kämpfe konnten gewonnen werden. Heuer holten die Arterner 6 Siege und erkämpften sich gegen den Favoriten AC Werdau ein 14 zu 14. Die Wahrheit eines Ergebnisses liegt immer in der Summe aller 10 Einzelbegegnungen und man kämpft gemeinsam, gewinnt gemeinsam und verliert gemeinsam. Auf geht’s nach Lübtheen. AC,AC,AC.


Einzelergebnisse

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