Im Endspurt verloren

AC Germania Artern vs RSK Gelenau – 16:17

Publikumsliebling Jan Zizka siegte gegen seinen Ex-Teamkollegen Rico Richter technisch überlegen.

Bericht: Sebastian Fernschild / Thüringer Allgemeine

Der Weihnachtsbaum stand, die Ränge waren leicht festlich geschmückt und die Unstrut-Halle war wieder einmal voll. Perfekte Voraussetzungen für ein Saison-Halali bei den Arterner Ringern. Obwohl es eigentlich um nichts mehr ging, außer um die goldene Ananas, war die Spannung und Vorfreude zu spüren. Sogar Rot-Weiß Erfurt Fußballer Carsten Kammlott ließ es sich nicht nehmen, um seinen Ringerfreunden einen Besuch abzustatten.

Auch er fieberte den Abend lang mit und erlebte diese einmalige Kulisse. Auch wenn es am Ende wieder einmal nicht für einen Sieg für die tapfer kämpfenden Germanen aus Artern reichte, waren dennoch alle zufrieden. 16:17 hieß es nach den zehn Kämpfen. Ein knapper Sieg, auch wenn er letztendlich in der Gesamtwertung nichts gebracht hätte, hätte den Hausherren zum Saisonabschluss gut getan.

Auch Mannschaftsbetreuer Tim Salzmann: „Natürlich hätten wir gerne gewonnen. Es war sehr schade. Aber mit unseren Verletzungssorgen haben wir das beste draus gemacht und wieder einmal alles gegeben. Und das haben die Zuschauer wieder honoriert.“ Salzmann war einer der vielen, der neben der Matte bei jedem Kampf lautstark seine Jungs anfeuerte und am liebsten mit auf die Matte gegangen wäre. Noch vor dem Kampfbeginn dankte Hallensprecher Thomas Grosche mit einer kleinen Rede allen ehrenamtlichen Helfern, die vor und hinter den Kulissen immer wieder vollen Einsatz geben. Auch für den AC Germania Artern ist so etwas nicht selbstverständlich und sollte definitiv honoriert werden.

Gleich im ersten Kampf brannten die Germanen in Form von Jan-Gabor Leuthold ein Feuerwerk ab. Der 32-Jährige beendete den Kampf gegen Eric Hoffmann nach 3:56 Minuten mit einem Schultersieg – die Halle stand Kopf und Leuthold jubelte. 4:0 für den ACG. Daniel Geist, der danach an der Reihe war, fand nicht in seinen Kampf gegen Kamil Wojciechowski und verlor diesen 0:3. Immer wieder wurde ihm passives Verhalten angemahnt. Stephan Knopf, der im Freistil bis 61kg an den Start ging, hatte gegen Daniel Franke das Nachsehen. Aber Knopf kämpfte bis zur letzten Sekunde verbissen. Sein Gegner Daniel Franke verletzte sich zwischendurch am Finger, musste behandelt und das Blut auf der Matte entfernt werden. Doch Franke ließ sich auch davon nicht irritieren und spulte sein Programm souverän runter.

Im vierten Kampf des Abends wurde es wieder einmal richtig laut in der Halle. Michal Pietrzak zeigte eine überragende Leistung und holte gegen den zehn Kilogramm schwereren Lucas Kästel vier Punkte. Auch wenn die Gelenauer es zwischenzeitlich nicht wahr haben wollten und immer wieder über die ein oder andere Kampfrichterentscheidung diskutierten. Pietrzak kämpfte sich in einen Rausch und nach 5:10 war die technische Überlegenheit geschafft. Im letzten Kampf vor der Pause war Analuck Eisenhardt an der Reihe. Mit seinem Gegner Felix Franke machte er kurzen Prozess und machte nach nur 1:13 Minute den Schultersieg perfekt. 12:5 hieß es zur Halbzeit für die Germanen. Hoffnung machte sich breit, dass das Hinkampf-Ergebnis von 9:20 doch noch egalisiert werden könnte. Dieses Geschenk aber machten die Gäste aus Gelenau dem ACG an diesem Abend nicht.

Nach einer halben Stunde und vielen Fachgesprächen bei Glühwein ging es weiter. Alexander Gilewitsch hatte es mit Sebastian Müller zu tun und hatte kaum eine Chance. Nach drei Minute stand es 8:0 für den Gast. Und nach den vollen sechs Minuten musste sich Gilewitsch 4:13 geschlagen geben. Gelenau verkürzte auf 12:8. Im Kampf der Routiniers konnte Steve Brylla seinen Kampf gegen Stefan Saul wenn auch denkbar knapp nicht erfolgreich gestalten. 2:2 nach Punkten hieß es nach der vollen Kampfzeit. Aufgrund der höheren Wertung für Saul, ging der eine Punkt an die Gäste. Das Publikum war mit dieser Entscheidung, da Saul viel öfter mit passivem Verhalten geahndet werden sollte. „Wäre der Kampf noch eine Minute länger gegangen, hätte Steve ihn für sich entschieden“, trauerte auch Salzmann diesem Punkt hinterher, der in der Gesamtwertung zum Heimsieg gereicht hätte.

Jan Zizka brachte die Halle ein weiteres Mal zum kochen, woran aber auch Kampfrichter Benjamin Stark seinen Anteil hatte. Immer wieder forderte die Germanen-Anhänger eine Bestrafung für den Gelenauer Rico Richter. Zizka aber ließ sich nicht beeinflussen und kämpfte sehr stark. Nach drei Minuten führte er 7:0, und nach 4:44 Minuten war die technische Überlegenheit beim 18:2 Realität. Vier Punkte für den ACG und die Hoffnung lebte weiter. Marco Scherf hätte im vorletzten Kampf alles klar machen können. Doch sein Gegner, Erik Löser war zu stark und besiegte Scherf nach nur 1:32 Minute auf Schulter. Gelenau war durch die vier Punkte bis auf 16:13 rangekommen. Nun hieß es nur nicht den letzten Kampf mit vier Punkten verlieren.Doch genau das trat zum Entsetzen der Einheimischen ein.

Pascal Göbel verlor gegen Oliver Leon Kock auf Schulter nach nur 2:14 Minuten. Göbel blieb enttäuscht am Boden liegen, wusste um das Gesamtergebnis und die Gelenauer feierten, als ob sie gerade Meister geworden wären. „Die Jungs werden in der Kabine noch einige Zeit brauchen. Aber umhauen wird es keinen, da bin ich mir sicher“, sagte Salzmann zum Abschluss und verschwand zur Besprechung in der Kabine. Im Nachgang feierten die Germanen zusammen mit ihren Fans den Saisonabschluss bis tief in die Nacht hinein.­


Einzelergebnisse Regionalliga


Bilder
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