Bericht: Tim Walther Bilder: Antonia Rothenberger & Maria Ehret
Gegen den RV Hannover scheint es für die Germanen fast schon Tradition zu sein: Kurz vor dem Aufeinandertreffen fallen in Artern gleich mehrere Athleten aus. Auch dieses Mal standen Trainerteam und Mannschaft vor einer ordebtlichen Herausforderung – gleich acht Sportler waren verhindert. Fast täglich musste dadurch die Aufstellung angepasst werden – ein wahres Schachspiel bis zur letzten Minute.
Am Ende bewährte sich jedoch die Breite des Arterner Kaders. Dadurch konnte man am Samstag mit neun hochmotivierten Ringern reiste in die niedersächsische Landeshauptstadt reisen.
Zum Auftakt in Hannover betrat Tjark Berg (61 kg, Freistil) für die Germanen wieder die Matte. Gegen Seyed Khalifeh startete er mutig, setzte eigene Akzente und führte zur Pause verdient mit 6:0 Punkten. Eine Ellenbogenverletzung bremste ihn zwar kurzzeitig, doch Berg kämpfte weiter. Zwar konterte der Hannoveraner in der Schlussphase noch einmal geschickt, doch am Ende brachte Tjark einen wichtigen 7:4-Erfolg ins Ziel.
Im Schwergewicht (130 kg, Greco) ging Sebastian Warchol auf die Matte. Sein Kontrahent Sorena Rahimi fiel wiederholt durch ruppiges Einsteigen auf und kassierte dafür zweimal eine Verwarnung. Die angeordnete Bodenlage nutzte Sebastian eiskalt. Mit kraftvollen Durchdrehern sammelte er Punkte, ehe Rahimi verletzungsbedingt aufgeben musste und vier weitere Zähler aufs Arterner Konto packte. Gute Besserung an dieser Stelle an Sorena!
Für den verhinderten Kapitän Andre Günther sprang Samstag Tim Salzmann ein und machte seine Sache hervorragend. „Salzi“ überraschte seinen Gegner Dennys Bierozkin gleich zu Beginn mit einem Kopfhüftschwung, den der Hannoveraner jedoch noch abwehren konnte. Im Gegenzug nutzte Bierozkin einen eigenen Angriff und eine Rolle zur zwischenzeitlichen Führung. Doch Tim ließ sich nicht beirren, blieb konsequent offensiv und erhöhte den Druck. Für passives Ringen erhielt der Hannoveraner schließlich eine Verwarnung, wodurch sich das Blatt wendete und sich Tim knapp, aber verdient durchsetzte. Ein wichtiger Sieg für die Germanen.
Ibragim „Dadei“ Ismailov tat sich gegen den körperlich starken Iraklil Salakaia zunächst in der 98kg
-Greco-Klasse schwer. In der ersten Runde kam er kaum zu Aktionen und kassierte eine Passivitätsverwarnung. Doch in Durchgang Zwei stellte er sich taktisch besser ein, setzte eigene Akzente und drehte den Kampf mit einem 3:2-Sieg noch zu seinen Gunsten.
Ein ungewohntes Bild, ja fast schon ein Novum, dann in der Gewichtsklasse 71 kg Freistil. Da die Germanen keinen Kämpfer stellen konnten, bekam Omid Khesraw für Hannover 4 Mannschaftspunkte kampflos gutgeschrieben.
Mit einem Zwischenstand von 8:4 für Artern ging es in die Pause.
Danach ließ Michal Pietrzak (86 kg, Greco) nichts anbrennen. Gegen Oskar Kamlage setzte er sofort zum Hüftwurf an, aus dem sich der Hannoveraner allerdings noch befreien konnte. Doch der zweiten Versuch landete voll und Michal sicherte sich den Schultersieg nach wenigen Sekunden.
Anschließend traf Marcus Winter zum wiederholten Mal im Limit bis 75kg Greco auf seinen Dauerrivalen Dzheikhun Alizade. In den vergangenen beiden Jahren hatte der Germane jeweils die Oberhand behalten. Doch Marcus wusste um die Stärke von Alizade und ging kampfbestimmend vorwärts. Ein angesetzter Schulterschwung wurde von Alizade clever gekontert, der den Angriff direkt zu einem Durchdreher nutzte – 0:4 aus Sicht von Winter. Trotz unermüdlicher Offensive in den verbleibenden fünf Minuten gelang es ihm nicht mehr, den Rückstand aufzuholen. So blieb der Sieg diesmal in Hannover.
Tim Walther rückte kurzfristig für den erkrankten Dmytro Shkromada ins Limit bis 80kg Freistil auf. Mit schnellen Beinangriffen machte er Pooria Mostafaei das Leben schwer und konnte diesen noch in Runde 1 schultern.
Fabian Niedzwiedzki (75 kg Freistil) stand einem defensiv eingestellten Manucher Gharegha gegenüber. Der physisch starke Hannoveraner lauerte fast ausschließlich auf Abwehraktionen und ließ eigene Angriffe gänzlich vermissen. In der Schlussminute schlug Fabian dann zu: Mit einem blitzschnellen Schlüpfer und anschließendem Durchdreher drehte er den Kampf zu seinen Gunsten und gewann verdient.
Nach langer Verletzungspause feierte Samstag Jonas Michel (80 kg Greco) sein Comeback – und was für eins!!! Gegen Dennis Geis tastete er sich kurz ab, ehe er mit einem sehenswerten Wurf die Entscheidung herbeiführte. Geis konnte sich nicht mehr befreien, Jonas sicherte sich den Schultersieg und bescherte den Germanen umjubelt die Schlusspunkte.
Mit diesem deutlichen 21:6 Auswärtssieg festigt Artern den sechsten Tabellenplatz. Punktgleich mit Erzgebirge Aue II und Markneukirchen/Gelenau II bleibt es im Mittelfeld weiter spannend.
Bereits nächste Woche geht es zum Tabellennachbarn nach Aue. Achtung: Der Kampfbeginn ist dann schon um 17:30 Uhr, da im Anschluss der Zweitliga-Kampf der ersten Mannschaft ausgetragen wird.
