Unglückliche Niederlage im Erzgebirge

RSK Gelenau – AC Germania 20:17

Die Taktische Umstellung in den Mittelgewichtsklassen von ACG-Coach Michael Getschmann ging voll auf, hier wurden die geplanten drei Siege und eine mehr als knappe Niederlage von Maximilian Heft eingefahren. Leider blieben andere fest eingeplante Punkte aus. Bereits die Anreise ins Erzgebirge zum RSK Gelenau stellte sich mit dem plötzlichen Schneetreiben schwerer als erwartet dar. An der Waage gabs dann den ersten richtigen Rückschlag für den ACG. Patrick Ortmann (66kg/GR) wurde bei der medizinischen Untersuchung aufgrund einer Hautirritation direkt beim Wiegen disqualifiziert und der Tscheche Matous Morbitzer erhielt dadurch vier Mannschaftspunkte geschenkt.

Im leichtesten Limit bis 55kg/GR schenkte Getschmann Jan Scholz das Vertrauen. In den ersten beiden Runden hatte Jan seinen Gegner Justin Müller sicher im Griff und konnte die Runden jeweils knapp für sich entscheiden. Ab der dritten Runde baute Jan ab und der Gelenauer-Youngster sah nochmal eine Chance zurückzukommen. Nach permanenten Angriffen musste sich Jan schließlich in der vierten Runde nach einem schönen Kopfhüftwurf auf Schulter geschlagen geben. Hier waren sichere zwei Punkte verloren.

Daniel Geist (120kg/FR) traf erneut auf Lucas Kästel, beide gingen beherzt in den Kampf und Daniel konterte den Gelenauer gleich zu Beginn mit einem sehr schönen Wurf aus. Im Anschluss konnte „Geisti“ seinen Gegner mit einem Beinangriff in die gefährliche Lage befördern und Schultern.

In der Gewichtsklasse bis 60kg/FR hatte es Stephan Knopf mit dem Mannschaftskapitän des RSK, Daniel Franke zu tun. In der ersten Runde erwischte Franke „Knöpfchen“ in der Bodenlage und konnte mit Armeinschluss zum 7:0 Punkten. In Runde zwei und drei sah es dann anders aus, Franke beschränkte sich aufs Abwehren, nahm in der Zone eine eins mit bevor Stephan seinerseits einen Beingriff platzierte. Leider blieben in beiden Runden die Wertungen zum Ausgleich und somit zum Rundengewinn durch den Potsdamer Kampfrichter aus. Ärgerlich, denn hier waren auch zwei Runden eingeplant.

Jan Friedl (96kg/GR) sollte gegen Tommy Einhorn auf Schadensbegrenzung kämpfen und so wenig wie möglich abgeben. Das gelang ihm in allen drei Runden auch sehr gut, der Grecospezialist konnte gegen unseren „Freistiler“ nur jeweils sehr knapp mit 3:0 Runden gewinnen. Zur Pause stand es schließlich 14:4 für die Hausherren.

Weiter ging es mit Konstantin Kersten (66kg/FR) gegen Stefan Saul. Die erste und einzige Aktion in diesem Kampf ging gleich zu Beginn von Konstantin aus, nachdem Saul wie gewohnt stürmte konnte „Konsti“ mit einem sauberen Axelwurf eine Dreierwertung erzielen welche er auch bis zum Rundenende verteidigte. Anschließend lief es für den Gelenauer wie gewohnt, Schiebekampf im Stand bis ins Aus, dass ganze drei Runden einmal und der Kampf war gegen Konstantin entschieden. Nicht schön anzusehen diese Kampfweise aber eben effizient.

Die letzten vier Kämpfe mussten es dann entscheiden und rein Rechnerisch war jetzt auch noch ein Sieg machbar. Juan Nguyen (84kg/FR) musste diese Woche eine Gewichtsklasse aufrücken, dort hatte er es mit Rico Richter zu tun. Gegen den deutlich schwereren Gelenauer war Juan stehts auf der Höhe und Punktete mit sicheren Beinangriffen. Richter versuchte alles um den Kampf zu drehen doch Juan war immer einen Tick schneller und wirkte insgesamt deutlich spritziger.

Anschließend hatte es Oldrich Varga (74kg/GR) mit seinem Landsmann Jan Zizka zu tun. Oldrich merkte man immer noch seinen gesundheitlichen Zustand an, trotzdem ging er vorwärts und suchte konsequent seine Chance zu Punkten. Nach drei Runden hatte er lediglich eine Wertung abgegeben und siegte verdient nach Punkten.

In der Gewichtsklasse bis 84kg stellte sich unser Freistiler Maximilian Heft in den Dienst der Mannschaft und kämpfte aufgrund der taktischen Vorgabe des Trainers im Griechisch-Römischen Stil. Hier war eine Niederlage eingeplant aber was „Heftig“ hier zeigte war einfach Kampfgeist vom feinsten und sicher der spannendste Kampf des Abends. Der Gelenauer Louis Otto fühlte sich nach den beiden Rundengewinnen schon wie der sichere Sieger bevor „Hefti“ alles auf eine Karte setzte und das Ruder versuchte Rumzureißen. Nach gewonnener dritten Runde konnte Heftig den Gelenauer schließlich aus dem Stand auf beide Schultern befördern, was allerdings der „Unparteiische“ Kampfrichter Pippel nur mit einer drei bewertete und so einen Gesamtsieg für den ACG unmöglich machte. Die letzte Runde ging nach 1:0 Führung dann gar noch an Otto worüber sich aber im Germanen-Lager niemand mehr aufgeregte. Hefti hatte Stilartfremd eine tollen Kampf abgeliefert und mit einem etwas besser agierenden Kampfrichter sogar auf Schultern gewonnen.

Im letzten Kampf des Abends ging es also nur noch um Ergebniskosmetik. Mannschaftskapitän Christian „Oppi“ Kleint (74kg/FR) musste gegen Dustin Löser antreten. Oppi konnte ohne Druck aufringen und zeigte von Beginn an schöne Angriffe. In der zweiten Runde konnte er den Gelenauer schließlich Schultern und stellte das 17:20 Gesamtergebnis her.

Trotz der Umstellung hatte der RSK zum Schluss die Nase vorn und konnte sich für das Unentschieden in Artern revanchieren. „Das wirft uns nicht um aber bei so einem knappen Ergebnis ist das doch schon sehr ärgerlich und wenn man den Kampfverlauf betrachtet hatten wir es jederzeit in der Hand hier die Zwei Punkte mitzunehmen. Noch haben wir zwei Punkte Vorsprung und es liegt in unserer Hand den fünften Platz zu verteidigen.“ kommentierte Michael Getschmann die Situation bei der anschließenden Teambesprechung. Die Gelegenheit weiter Punkte zu sammeln gibt es gleich nächste Woche in der Hauptstadt beim SV Luftfahrt Berlin.

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