AC Germania eiskalt erwischt

Spiel

AVG Markneukirchen AC Germania Artern

19 - 7

10. Spieltag

31. Oktober 2015, 19:30

Ringerhalle Markneukirchen

Bericht

2015-11-01-001

Arterns Bulgare Plamen Tashev revanchierte sich mit einem starken Sieg gegen den Polen Olejniczak für die Hinkampfniederlage.

Die gute Nachricht gleich am Anfang. Es sind nicht die Arterner, die die kleinste Turnhalle der Liga haben. Nein, die Sportstätte im vogtländischen Markneukirchen scheint noch etwas winziger zu sein, als der Hexenkessel an der Unstrut. Und auch das Mattenquadtrat, welches heuer kein Quadrat, sondern doch eher ein Achteck war, fühlte sich für die eine oder andere Aktion am Samstag Abend doch ein wenig zu klein geraden an. Aber diese beiden Tatsachen hatten nichts mit doch eher mageren Ergebnis der Germanen zu tun.

Holen wir uns kurz den Auftaktkampf der 2. Bundesliga am 5. September ins Gedächtnis zurück. Denkbar knapp verloren die Arterner nach großem Kampf mit 14 zu 15 vor eigenem Publikum. Eher erstaunt war man über die Möglichkeit, sogar hätte siegen zu können.

Eher umgekehrt lief es nun am Abend des Reformationstages ab. Mit der Hoffnung, die knappe Heimniederlage in einen Sieg umwandeln zu können, ging man auf Reisen. Doch dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, war an diesem Abend unmöglich. Kämpferisch gab es einige Highlights, doch die bekannte Schwäche der Germanen, wenn, dann in den Einzelbegegnungen deutlich zu verlieren, trat wieder zu Tage.

Zum Punktegaranten entwickelt sich Anulak Eisenhart. Die Markneukirchner schicken einen viel zu schweren Rene Roth über die Waage, um die maximale Ausländerquote von 5 Sportlern ausschöpfen zu können. Hierzu muss die gleiche Anzahl von deutschen Sportlern im Team stehen. Eine völlig sinnlose Regelung, wenn der 5. Mann Übergewicht haben darf. Sei es drum, die Germanen profitieren davon und gehen mit 4 Mannschaftspunkten in Führung.

Wieder mit vollem Kampfgewicht tritt Daniel Geist an. Die zusätzlichen Pfunde tun Geisti gut, er hat wieder mehr Power in den Röhren. Wobei sicher „Röhren“ hier doch eine schmeichelhafte Umschreibung der Extremitäten unsers Kolosses ist. Knapp muss er sich trotzdem geschlagen geben. Ein Pünktchen verbleibt hier in Markneukirchen.

Sein Ligadebüt in dieser Saison hatte sich Stephan Knopf sicher anders vorgestellt. Gegen den 20-jährigen Roman Walter bekommt Stephan keinen Fuss auf die Matte und verliert leider deutlich.

Das Letzte holt Plamen Tashev aus sich raus. Im Hinkampf noch mit 4 zu 8 gegen Marcin Olejniczak unterlegen, geht Plamen diesmal als Sieger von der Matte. Nach einer sehenswerten Wurfaktion übernimmt Plamen die Führung, liegt aber kurz vor Schluss mit 7 zu 5 hinten. 30 Sekunden vor dem Ende verkürzt er auf 7 zu 6, um 2 Sekunden vor Schluss nach entschlossenem Kampf den Ausgleich herzustellen. Wahnsinn. Das war Kampfeswillen pur, so wie es die Fans sehen wollen und sie feiern ihren Sieger frenetisch.

An fehlendem Kampfeswillen hat es beim nachfolgenden Kampf von Marko Scherf gegen Radoslav Vasilev nicht gelegen. Die Einstellung von Marko hat gestimmt. Er versuchte wirklich alles, musste aber dem Leistungsvermögen des Bulgaren in der 2. Runde Tribut zollen.

Wie die Feuerwehr beginnt Michal Pietrzak gegen das lebende Markneukirchener Ringkampfdenkmal Andre Backhaus. Nach 90 Sekunden führt Michal bereits mit 8 zu 4 Punkten. Die Zuschauer reiben sich verdutzt die Augen, so etwas hatten sie schon lange nicht mehr gesehen. Doch die Germanen können sich nicht in Sicherheit wiegen, zu clever ist Backhaus. Mit einem sehenswerten doppelten Beinausheber übernimmt er kurz vor der Pause die Führung und lässt sich auch in Runde 2 nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Es wäre für die Arterner zu schön gewesen.

Nicht zum Zuge kommt Steve Brylla gegen einen dominierenden Boycho Boychew. Der Bulgare ringt Freistil vom Feinsten und holt das Punktemaximum für den Gastgeber.

Und dann kommt die Stunde des Oldrich Varga. Der versetzt die mitgereisten Fans allerdings erst einmal in Angst und Schrecken. Ehe sie sich versehen, liegt Olga 10 zu 0 hinten. Das hatte es so noch nicht gegeben und das bleibt auch bis zum Beginn der 2. Runde so.Doch dann gibt Olga Gas und zermürbt einen bis dahin überraschend souveränen Francis Weinhold. 5 Sekunden vor dem Ende holt sich Olga die alles entscheidende 2-er Wertung und gewinnt 14 zu 12. Unglaublich.

Ja, und Jan Zizka setzt noch einen drauf. Gegen die tschechischen Nummer 1, den WM-Teilnehmer Filia Dubsky steht Jan eigentlich auf verlorenem Posten. Zur Pause liegt er auch 3 zu 0 zurück. Doch wer Jan kennt, weiß, er wird nichts unversucht lassen um zu punkten. Sein Widersacher beschäftigt sich mit der Verwaltung seins Vorsprungs und Jan greift unentwegt an, erwischt den völlig verdutzten Dubsky an der Hüfte, holt sich mit einem sehenswerten Wurf über die Brust einen glatten Vierer und entscheidet den Kampf für sich. Ja, das sind diese Fights, für die man auch gerne mal durch die halbe Republik fährt. Sensationell.

Und auch Juan Nguyen versucht gegen Andrzej Grzelak wirklich alles, greift unentwegt an und versucht zu punkten. Der Pole ringt sehr statisch, deckt clever seine Beine ab und holt sich mit minimalem Aufwand die kampfentscheidenden Wertungen. Schade.

So geht eine erhoffte Revanche gegen den AVG Markneukirchen doch ziemlich deutlich 19 zu 7 zu Gunsten der Gastgeber aus.

Viel Zeit zum Traurigsein haben die Germanen allerdings nicht. Am Samstag geht es auf heimischer Matte gegen den AC Werdau zur Sache, am Sonntag dann in Lübtheen gegen den RV. Ein hartes Wochenende kündigt sich an.


Einzelergebnisse

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Bilder

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3 Antworten zu AC Germania eiskalt erwischt

  1. Frank A. sagt:

    Die Schreibfehler sind eine Sache aber was mir seit dieser Saison auffällt ist das die Berichte mit enormer Freundschaftsbrille geschrieben sind! Knöpfchen, man merkt ganz deutlich mit wem du in der Mannschaft gut kannst. Wie einzelne Sportler hochgelobt und ausführlich beschrieben werden ist teilweise schon unmissverständlich, Anuluk hat zuBs diese Saison noch keinen Kampf auf normale Art und Weise gewonnen und du schreibst von Punktgaranten. Das ist doch eigene Augenwischerei von euch. Artern ist nun nicht mehr Regionalliga, die meisten Gegner sind mit ausreichend nationalen und internationalen Erfolgen bestückt und da könnt ihr froh sein das die Sportler die Woche für Woche auf den Tender bekommen immer wieder mitmachen und alles geben.

  2. ACG Fan sagt:

    Danke für die Berichterstattung für die Fans die nicht reisen konnten. Leider haben sich viele Fehler in den Text eingeschlichen. Vorallem Namen. Vllt zukünftig mehr Zeit dabei lassen.

  3. Wieder gefühlvoll und mitreißend geschrieben. Kopf hoch den Germanen und Danke an die kämpferischen Männer! Auf ein Neues am Samstag!

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