Bericht: Tim Walther Bilder: Lena Böhm
Fluch des Zwönitztals bleibt bestehen: Der AC Germania Artern unterliegt dem RV Thalheim mit 8:18, obwohl Omid Sayadi, Ali Abdulridha, Armin Babaeitapekali und Felix Wächter starke Auftritte hatten.
Das Zwönitztal bleibt für den AC Germania Artern ein schwieriges Pflaster. Auch in diesem Jahr sollte sich daran nichts ändern. Dabei standen die Vorzeichen vor dem Duell mit dem RV Thalheim zunächst so gut wie lange nicht, denn die Gastgeber mussten auf mehrere starke polnische Nationalringer verzichten und Michal Zelenka befand sich im Trainingslager. Die Germanen rechneten sich deshalb berechtigte Chancen aus.
Bis Dienstagabend sah in Artern noch vieles nach einer möglichen Überraschung aus. Dann folgte die Absage von Sebastian Warchol, der aufgrund seiner WM-Vorbereitung zu einer Mannschaftssitzung musste. Auch Toni Römer und Philip Kraus standen nicht zur Verfügung. Kurz vor dem Wiegen folgte der nächste Rückschlag: Ondrej Havelka verspätete sich aufgrund mehrerer Straßensperrungen und konnte nicht rechtzeitig für seinen vorgesehenen Einsatz antreten.
So musste der AC Germania improvisieren. Am Ende stand eine 8:18-Niederlage, die deutlicher klingt, als es der Verlauf des Kampfabends über weite Strecken war.
Den Auftakt machte Justin Scheppner im Freistil bis 61 Kilogramm gegen den Thalheimer Neuzugang Mohammad Igbal Sakhizada. Gegen den Kämpfer aus Lugau geriet Justin schnell ins Hintertreffen und musste sich nach nur 45 Sekunden technisch überlegen geschlagen geben.
Noch härter traf die Arterner der zweite Kampf: Die Klasse bis 130 Kilogramm blieb unbesetzt. Ohne Sebastian Warchol, Toni Römer und Philip Kraus gab es keine Möglichkeit, einen Ringer auf die Matte zu schicken. Vier Mannschaftspunkte wanderten somit kampflos nach Thalheim.
Dann kam Omid Sayadi. Im griechisch-römischen Stil musste er sich dem erfahrenen Daniel Franke stellen. Omid startete mutig, ging mit einem Wurf zunächst in Führung und lieferte sich mit dem Thalheimer ein offenes Duell. Auch nachdem Franke seinerseits punkten konnte, blieb der Arterner im Kampf. Trotz seiner angeschlagenen Verfassung biss sich Omid durch und holte mit seinem 9:5-Erfolg die ersten beiden Mannschaftspunkte für die Germanen.
Anschließend stand Hendrik Jahn dem mehrfachen polnischen Meister sowie EM- und WM-Teilnehmer Cezary Sadowski gegenüber. Vor allem in der ersten Runde verteidigte Hendrik stark und ließ nur wenige Möglichkeiten zu. In der zweiten Hälfte machten sich jedoch körperliche Probleme bemerkbar und eine alte Verletzung brach wieder auf. Gegen die permanenten Angriffe des Polen konnte Hendrik schließlich nicht mehr standhalten. Sadowski gewann technisch überlegen.
Für ein echtes Freistilfeuerwerk sorgten anschließend Malte Guthmann und Oleg Bartel. Beide schenkten sich nichts. Schnelle Angriffe, Konter und intensive Auskämpfsituationen prägten einen Kampf, der bis in die Schlussphase völlig offen blieb. Erst ein entscheidender Angriff von Bartel brachte die Wende. Malte unterlag mit 4:6, hatte bis zur letzten Sekunde aber alles gegeben.
Mit einem 2:13-Rückstand ging es in die Pause. Der Mannschaftskampf schien bereits weitgehend entschieden, doch die Germanen wollten sich noch lange nicht geschlagen geben.
Für Ondrej Havelka musste kurzfristig Jonas Michel einspringen. Gegen den routinierten Tobias Löffler hatte er einen schweren Stand. Zwar ging der Arterner zunächst mit einem schönen Angriff sogar in Führung, doch der Gewichtsvorteil des Thalheimers machte sich zunehmend bemerkbar. Löffler konnte den Kampf noch in der ersten Runde durch einen Schultersieg für sich entscheiden.
Dann folgte einer der Höhepunkte des Abends. Ali Abdulridha traf auf Finn Kühn, den amtierenden deutschen Meister und EM-Teilnehmer. Es entwickelte sich ein völlig verrückter Kampf. Ali ging ohne Respekt in das Duell und legte mit mehreren spektakulären Würfen los. Kühn kämpfte sich nach einem zwischenzeitlichen deutlichen Rückstand zurück und machte aus dem vermeintlich klaren Kampf ein offenes Duell. Am Ende stand ein 14:14 auf der Anzeigetafel. Das letzte Quäntchen Glück lag auf Seiten des Arterners: Ali holte damit seinen ersten Saisonsieg und einen wichtigen Mannschaftspunkt. Woche für Woche ist bei ihm eine deutliche Leistungssteigerung erkennbar.
Auch Armin Babaeitapekali zeigte anschließend wieder seine gewohnt konzentrierte Leistung. Gegen seinen Trainingspartner Leon Kolbe bestimmte er das Geschehen, drängte seinen Gegner immer wieder in die Aktivitätszone und setzte ihn unter Druck. Da sich beide im Stand weitgehend neutralisierten, musste ein technischer Punkt die Entscheidung bringen. Armin holte ihn sich und verteidigte seinen Vorsprung bis zum Schluss clever.
Felix Wächter hatte anschließend zunächst Schwierigkeiten gegen den griechisch-römisch ringenden Felix Franke. Doch dann fasste sich der Arterner ein Herz, startete einen Angriff und beendete den Kampf mit einem Schultersieg.
Im letzten Kampf des Abends trafen mit Franz Günther und Vin Bräuer zwei Trainingspartner vom Leipziger Stützpunkt aufeinander. Wie erwartet entwickelte sich ein enger Kampf. Bräuer konnte die Bodenlage für sich nutzen und holte sich damit die entscheidenden Punkte zum 3:1-Erfolg.
Damit war die Niederlage der Germanen besiegelt. Am Ende hieß es 18:8 für Thalheim.
Wieder einmal hat der Fluch im Zwönitztal zugeschlagen. Die Chance auf einen Mannschaftssieg war dieses Mal durchaus vorhanden, doch kurzfristige Ausfälle und die unbesetzte 130-Kilogramm-Klasse erschwerten die Aufgabe unnötig. Gleichzeitig zeigte der Abend, dass sich die Germanen auch unter schwierigen Bedingungen nicht verstecken müssen.
Nun richtet sich der Blick auf das Zwiebelmarkt-Wochenende. Mit dem AC Werdau wartet dort ein weiterer unangenehmer Gegner. Zuvor gibt es die Gelegenheit, die Arterner Ringer beim Zwiebelwettkampf in einer anderen Disziplin zu erleben und sie dort zu unterstützen.
Am Samstag heißt es dann wieder: 19:30 Uhr – Willkommen im Hexenkessel!
AC! AC! AC!



