Gegen den Meister der vergangenen Jahre: AC Germania verkauft sich teuer

Der AC Germania Artern unterlag der WKG Markneukirchen/Gelenau zwar mit 9:17, zeigte aber gegen den zweimaligen Regionalligameister Kampfgeist, holte vier Einzelsiege und bestätigte, dass die Mannschaft zunehmend zusammenfindet.

Mit der WKG Markneukirchen/Gelenau wartete eine echte Herausforderung auf den AC Germania Artern. Der Gegner sicherte sich in den vergangenen beiden Jahren die Meisterschaft in der Regionalliga und ging somit als klarer Favorit in die Begegnung. Die Germanen waren sich ihrer Außenseiterrolle bewusst, wollten sich aber keineswegs kampflos geschlagen geben.

Am Ende stand eine 17:9 Niederlage. Das Ergebnis fiel zwar zugunsten der Gastgeber aus, doch die Arterner verkauften sich teuer. Vier der zehn Einzelkämpfe gingen an Germania. Vor allem war zu erkennen, dass die Mannschaft immer besser zusammenfindet. Nach dem Kampftag zeigte sich das Team entsprechend zufriedener, auch wenn weiterhin an den kleinen Stellschrauben gedreht werden muss.

Den Auftakt machte Justin Scheppner im Freistil bis 61 Kilogramm. Gegen Malik Yalcin fand er zunächst besser in den Kampf und hielt die Begegnung offen. Eine kurze Unachtsamkeit gegen den erfahrenen Gegner reichte jedoch aus, um den Kampf zu entscheiden. Yalcin nutzte die Gelegenheit und gewann nach 2:17 Minuten durch einen Schultersieg. Trotz des unglücklichen Endes blieb für Justin die Erkenntnis, dass er sich zunächst gut in die Begegnung gearbeitet hatte.

Im Schwergewicht bis 130 Kilogramm entwickelte sich anschließend ein Duell, das bis in die Schlussphase spannend blieb. Toni Römer traf im griechisch-römischen Stil auf Erwin Lerchenberger. Toni setzte seinen Gegner unter Druck und führte bis kurz vor Schluss. Dann wagte der Arterner in der Zone eine riskante Aktion, die Lerchenberger für zwei Punkte nutzte. Ausgerechnet in dieser entscheidenden Phase kippte der Kampf. Toni musste sich nach sechs Minuten knapp mit 3:4 technischen Punkten geschlagen geben. Ein bitterer Ausgang, denn über weite Strecken hatte er die Möglichkeit auf einen Erfolg in der Hand.

In der 66-Kilogramm-Klasse blieb die Matte für Germania unbesetzt. Ismael Aliev erhielt dadurch vier Mannschaftspunkte für die WKG. Auch im Freistil bis 98 Kilogramm wurde es für die Arterner schwierig. Dmytro Shkromada fand gegen den clever agierenden Radoslaw Baran nicht die passenden Mittel. Der Gastgeber sammelte früh Wertungen und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Dmytro versuchte, sich gegen die Angriffe zu behaupten, konnte die technische Überlegenheit seines Gegners nach 4:30 Minuten aber nicht mehr verhindern.

Dann setzte Illia Bilous ein deutliches Zeichen. Im Freistil bis 71 Kilogramm trat er gegen Pascal Groß an – und das erstmals in dieser Stilart. Davon ließ sich Illia nicht bremsen. Er bestimmte das Geschehen, punktete mit konsequenten Aktionen und ließ seinem Gegner kaum Möglichkeiten, selbst in den Kampf zu finden. Nach gut zwei Minuten stand der technische Überlegenheitssieg fest. Illia holte vier Mannschaftspunkte für Germania und sorgte damit für einen wichtigen Erfolg vor der Pause.

Trotz dieses Sieges lagen die Arterner zur Halbzeit mit 4:13 zurück. Die Ausgangslage blieb schwierig, doch die Mannschaft hatte gezeigt, dass sie auch gegen einen etablierten Gegner eigene Akzente setzen kann.

Nach der Pause feierte Max Neubert seinen ersten Einsatz in dieser Saison. Im griechisch-römischen Stil bis 86 Kilogramm traf er auf Marten Scheel. Max hielt die Begegnung zunächst offen. Nach einer Passivität wurde er jedoch von zwei Durchdrehern seines Gegners überrascht. Der Rückstand ließ sich in der verbleibenden Kampfzeit nicht mehr aufholen. Scheel gewann mit 5:2 technischen Punkten und sicherte der WKG zwei Mannschaftspunkte. Für Max war es dennoch ein wichtiger Schritt zurück auf die Matte.

Anschließend zeigte Ali Abdulridha erneut, dass er im Mannschaftsringen immer besser ankommt. Im griechisch-römischen Stil bis 75 Kilogramm musste er gegen Tolgahan Önder zunächst einen Rückstand hinnehmen. Ali blieb jedoch ruhig, setzte seine eigenen Aktionen durch und sammelte im weiteren Kampfverlauf wichtige Wertungen. In einer umkämpften Begegnung behielt er bis zum Ende die Kontrolle und gewann mit 10:2 technischen Punkten. Besonders wertvoll war der zusätzliche Einzelpunkt kurz vor Schluss, durch den Germania statt zwei drei Mannschaftspunkte erhielt.

Auch Armin Babaeitapekali wusste im Freistil bis 80 Kilogramm zu überzeugen. Gegen Johannes Adler blieb er seiner gewohnt ruhigen Linie treu. Armin ließ sich nicht zu unüberlegten Aktionen verleiten, wartete auf seine Chancen und setzte die entscheidenden Wertungen. Nach sechs Minuten stand ein knapper, aber verdienter 2:0-Punktsieg zu Buche. Ein weiterer Mannschaftspunkt für die Grün-Gelben.

Im Freistil bis 75 Kilogramm fand Felix Wächter gegen Robert Krause hingegen nicht die richtigen Mittel. Krause verstand es, Wächter durch doppeltes Aufziehen und Schieben nach außen immer wieder unter Druck zu setzen. So bestimmte er den Kampf über weite Strecken und setzte sich schließlich mit 10:4 technischen Punkten durch. Für Felix blieb an diesem Abend wenig Raum, um seinen eigenen Stil zu entfalten.

Zum Abschluss wurde es noch einmal spannend. Im griechisch-römischen Stil bis 80 Kilogramm bekam es Franz Günther mit Ilia Karakash zu tun. Beide schenkten sich nichts und lieferten sich ein enges Duell, in dem jede Wertung zählte. Franz blieb konzentriert, nutzte seine Gelegenheit und setzte sich schließlich mit 3:1 technischen Punkten durch. Mit diesem Erfolg setzte er einen gelungenen Schlusspunkt für Germania.

Unter dem Strich standen vier Einzelsiege und eine 17:9 Niederlage gegen einen Gegner, der in den beiden vergangenen Jahren die Regionalliga gewonnen hatte. Natürlich fehlt es den Arternern in der einen oder anderen Gewichtsklasse noch an Möglichkeiten. Doch die Entwicklung der Mannschaft ist erkennbar: Die Abläufe greifen besser ineinander, die Ringer übernehmen Verantwortung und auch in schwierigen Begegnungen bleibt das Team kämpferisch.

Die Germanen sind noch nicht am Ziel. Es gilt, weiter an den kleinen Punkten zu arbeiten, Fehler abzustellen und die vorhandenen Chancen konsequenter zu nutzen. Der Auftritt gegen Markneukirchen/Gelenau macht dennoch Mut. Gegen den zweimaligen Meister hielt Artern dagegen und bewies, dass sich auf diese Mannschaft aufbauen lässt.

Darauf können die Grün-Gelben stolz sein. Denn in Artern entsteht gerade etwas, das mehr ist als die Summe einzelner Kämpfe: eine Mannschaft, die zusammenwächst und ihren Weg in der Regionalliga weitergeht.

AC! AC! AC!

Bericht: Tim Walther Bilder: Jonas Michel

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