Werdau öffnet die Tür – Germania lässt die Chance liegen

Bericht: Tim Walther

Am 55. Arterner Zwiebelmarkt-Wochenende unterlag der AC Germania Artern dem AC 1897 Werdau mit 11:18. Nach einem 0:16 zur Pause kämpften sich die Grün-Gelben zurück, ließen aber eine große Gelegenheit ungenutzt.
Zum 55. Arterner Zwiebelmarkt begrüßte der AC Germania Artern den AC 1897 Werdau im heimischen Hexenkessel. Die Ausgangslage versprach einen spannenden Mannschaftskampf gegen einen direkten Tabellennachbarn. Doch während die Gäste ihre Möglichkeiten konsequenter nutzten, machten es sich die Germanen selbst schwer. Am Ende stand eine bittere 11:18-Niederlage – und das Gefühl, dass an diesem Abend deutlich mehr drin gewesen wäre.
Den Auftakt machte Jack Eisenhardt im Freistil bis 61 Kilogramm. In einem ungewöhnlichen Duell trafen zwei Ringer aufeinander, die eigentlich im griechisch-römischen Stil zu Hause sind. Gegen Islam Saidov fand er jedoch kein Mittel und musste sich nach nur 45 Sekunden auf Schulter geschlagen geben. Noch schwerer als die Niederlage wog die Verletzung am Fuß. Ob er für den Rest der Saison ausfallen könnte, war zunächst offen.
Im Schwergewicht stellte sich Toni Römer dem mehrfachen polnischen Meister sowie EM- und WM-Teilnehmer Tomasz Wawrzynczyk. Gegen diesen erfahrenen Gegner war die Vorgabe klar: keine vier Mannschaftspunkte abgeben. Toni setzte sie konsequent um. Im ungeliebten griechisch-römischen Stil verteidigte er aufmerksam, hielt sechs Minuten dagegen und ließ sich nicht technisch überlegen besiegen. Die 0:14-Punktniederlage brachte Werdau drei Mannschaftspunkte ein – aus Arterner Sicht war das eine starke kämpferische Leistung.
Anschließend musste sich Andre Günther mit Dominik Gasser auseinandersetzen. Der Arterner fand gegen den unbequemen Werdauer nicht richtig in den Kampf und konnte seinen eigenen Stil nur selten durchsetzen. Gasser nutzte seine Chancen und gewann mit 7:1 nach Punkten.
Auch Hendrik Jahn hatte mit Sebastian Jezierzanski ein echtes Schwergewicht an Erfahrung gegenüber. Der mehrfache polnische Meister, EM- und WM-Teilnehmer ließ sich von Hendriks defensiver Ausrichtung nicht aus dem Konzept bringen. Er nutzte seine Routine und setzte sich mit 10:0 durch.
Danach musste Malte Guthmann gegen Konstantin Valassis antreten. Malte hatte in dieser Saison bislang noch nicht zu seiner gewohnten Stärke gefunden. Eine Unachtsamkeit in der Bodenverteidigung nutzte Valassis konsequent aus und schulterte den Arterner nach 1:15 Minuten. Zur Pause stand es somit 0:16 für Werdau. Der Kampfabend schien bereits früh in eine klare Richtung zu laufen.
Ondrej Havelka gewann seinen Kampf kampflos, da sein Gegner Jonas Kock das Gewichtslimit nicht einhalten konnte. Vier Mannschaftspunkte für Artern – der Anschluss war hergestellt.
Danach legte Ali Abdulridha nach. Gegen Maximilian Fleck setzte er einen kraftvollen Wurf an und brachte seinen Gegner in eine gefährliche Lage. Nach einem langen Brückenkampf gelang schließlich die entscheidende Aktion: Schultersieg nach 1:34 Minuten. Ali ist endgültig in der Liga angekommen und entwickelt sich von Woche zu Woche weiter.
Dann kam die große Gelegenheit für die Germanen – doch sie blieb ungenutzt. Werdau ließ die 80-Kilogramm-Freistilklasse unbesetzt. Damit hätten vier sichere Mannschaftspunkte auf das Arterner Konto wandern können. Doch Armin Babaeitapekali überschritt das Gewichtslimit selbst. Somit wurde der Kampf mit 0:0 gewertet. Ein bitterer Moment, denn gerade in einem engen Mannschaftskampf können solche Punkte den Unterschied machen.
Auch Felix Wächter fand gegen Julius Kock nicht richtig in die Begegnung. Der tief stehende Werdauer agierte über sechs Minuten clever und ließ Felix kaum Möglichkeiten, eigene Akzente zu setzen. Kock gewann mit 5:2 nach Punkten und nahm Werdau zwei weitere Mannschaftspunkte mit.
Den Schlusspunkt setzte Jan Zizka gegen seinen alten Bekannten Michal Novak. Beide kennen sich gut und Jan wusste, dass ihn ein unangenehmer Gegner mit einigen Tricks erwarten würde. Der Arterner blieb konzentriert, nutzte seine Chancen und gewann souverän mit 9:0 technischen Punkten. Auch wenn nicht jede Aktion seines Gegners geahndet wurde, ließ Jan sich nicht aus der Ruhe bringen und sicherte drei Mannschaftspunkte.
Am Ende stand es 11:18 für den AC 1897 Werdau. Trainer André Günther brachte die verpasste Gelegenheit treffend auf den Punkt: „Der Kampf war ein Elfmeter ohne Torwart, und wir haben den Ball danebengeschossen.“
Seine Worte zeigen, wie groß die Enttäuschung über diesen Abend ist. Gegen einen direkten Tabellennachbarn wäre mehr möglich gewesen. Der frühe Rückstand, die kampflosen Punkte in der 80-Kilogramm-Klasse und insgesamt zu wenig Durchschlagskraft machten den Unterschied. Nach den Niederlagen gegen Thalheim und Werdau müssen die Germanen nun den Kopf oben behalten und ihren Kampfgeist wiederfinden.
Ein Lichtblick ist die Unterstützung von den Rängen. Die Fans sind in der Saison angekommen und lassen die Halle beben. Nun liegt es an der Mannschaft, diese Energie auf die Matte zu bringen und entschlossener aufzutreten.
Neben der Matte gab es immerhin noch Grund zur Freude: Jonas Michel belegte beim Zwiebelschneid-Wettbewerb den dritten Platz.
Die Tür für einen wichtigen Sieg stand offen. Diesmal blieb sie ungenutzt. Jetzt gilt es, die Enttäuschung abzuschütteln, als Mannschaft zusammenzustehen und in den kommenden Kämpfen eine klare Antwort zu geben.

AC! AC! AC!

Bookmark the permalink.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert