Der AC Germania Artern musste sich der Bundesliga-Reserve des FC Erzgebirge Aue mit 19:4 geschlagen geben. Gegen die favorisierte Mannschaft aus dem Erzgebirge zeigte das Team dennoch eine engagierte Leistung und konnte sich gut behaupten. Nun richtet sich der Blick nach vorn: In den kommenden beiden Heimkämpfen warten direkte Tabellennachbarn auf die Arterner.
Am Samstagabend musste man sich jedoch der Bundesliga-Reserve des FC Erzgebirge Aue geschlagen geben. Die Gastgeber stellten eine Mannschaft auf, in der gleich acht Ringer bereits in diesem Jahr Einsätze in der 1. Bundesliga gesammelt hatten. Viele von ihnen gehören dort zum festen Stamm. Für den AC Germania Artern bedeutete das eine echte Herausforderung. Dennoch hielten die Germanen gut dagegen und zeigten, dass sie sich vor den erfahrenen Bundesligaringern nicht zu verstecken brauchen. Das deutliche Endergebnis spiegelt den Kampfverlauf nur bedingt wider. Denn an diesem Abend wäre für die Arterner durchaus mehr möglich gewesen. In einigen Begegnungen fehlte lediglich der letzte entschlossene Angriff, etwas mehr Konsequenz oder das nötige Quäntchen Glück, um die engen Duelle für sich zu entscheiden.
Den Auftakt machte Tim Salzmann im griechisch-römischen Stil gegen Mark Wagner. Eine echte Mammutaufgabe für den Arterner, denn sein Gegner kann nicht nur auf die Erfahrung eines mehrfachen Deutschen Meisters und EM-Teilnehmers zurückblicken, sondern zählt auch zu den stärksten Ringern seiner Gewichtsklasse. Tim stellte sich dieser Herausforderung, musste den Kampf jedoch bereits nach 1:01 Minuten verletzungsbedingt aufgeben. Er hatte sich bei einem eigenen Griff eine Verletzung zugezogen. Ein bitterer Auftakt für die Germania, die damit die ersten vier Mannschaftspunkte abgeben musste.
Anschließend ging Toni Römer im Schwergewicht auf die Matte und traf dort auf Emil Thiele. Das Duell der Generationen entwickelte sich zu einem spannenden Schlagabtausch über die gesamte Kampfzeit. Thiele übernahm von Beginn an die Initiative und setzte Römer zunächst unter Druck. Der Arterner hielt jedoch stark dagegen, blieb aufmerksam und nutzte eine Gelegenheit für einen sehenswerten Konter, der ihm die Führung einbrachte. Doch Thiele ließ sich davon nicht beeindrucken, erhöhte in der Schlussphase den Druck und sicherte sich kurz vor dem Ende die entscheidenden Punkte zum 6:4-Erfolg. Trotz seiner starken Leistung blieb Toni der verdiente Lohn in Form von Mannschaftspunkten verwehrt.
Für Omid Sayadi wartete mit Teetje Richter ebenfalls ein anspruchsvoller Gegner. In einem taktisch geprägten Duell suchten beide Ringer nach Lücken in der gegnerischen Defensive. Richter gelang es schließlich, einen Gegenangriff entscheidend zu nutzen. So endete die Begegnung mit einem 2:2-Punktsieg für den Gastgeber, der sich durch die letzte Wertung durchsetzen konnte.
In der 98-Kilo-Klasse traf Ondrej Havelka auf Connor Sammet. Der erfahrene Bundesliga-Ringer trainiert wie zahlreiche seiner Auer Mannschaftskollegen am Bundesstützpunkt Leipzig unter Andreas Bering. Sammet übernahm von Beginn an die Kontrolle und sammelte kontinuierlich Punkte. Doch Ondra sorgte für eine Szene, die beinahe für eine Überraschung gesorgt hätte: Mit einer starken Aktion brachte er seinen Gegner in eine gefährliche Lage und war knapp davor, ihn auf beide Schultern zu legen. Sammet konnte sich jedoch aus der Situation befreien und entschied die Begegnung schließlich mit 10:2 für sich.
Im fünften Duell des Abends traf Illia Bilous auf den körperlich sehr starken Aaron Hähnel. Der Arterner bekam die physische Überlegenheit seines Gegners deutlich zu spüren. Hähnel setzte seine Wurfaktionen konsequent durch und baute seinen Vorsprung schnell aus. Nach 3:27 Minuten war die technische Überlegenheit besiegelt. Damit baute Aue seine Führung auf 13:0 aus.
Im sechsten Duell des Abends durften die Germanen schließlich erstmals jubeln und ihre ersten Mannschaftspunkte verbuchen. Dmytro Shkromada überzeugte mit einer konzentrierten und kämpferisch starken Vorstellung gegen Yasin Salamov. Die beiden Trainingspartner vom Bundesstützpunkt Leipzig begegneten sich zunächst auf Augenhöhe. Dmytro bewahrte jedoch die Ruhe, setzte seine Beinangriffe im richtigen Moment und fand auf die Aktionen seines Gegners immer wieder die passende Antwort. Mit einer starken Schlussphase drehte er die Begegnung und sicherte sich einen verdienten 6:4-Sieg. Damit unterstrich er eindrucksvoll, dass auch in seiner neuen Gewichtsklasse mit ihm zu rechnen ist.
Im Anschluss lieferten sich Felix Wächter und Tony Lehmann ein Duell auf Augenhöhe. Felix zeigte sich über weite Strecken als der aktivere Ringer und kämpfte sich in der Schlussphase noch einmal heran. Doch Lehmann bewies an diesem Abend das etwas glücklichere Händchen und setzte kurz vor dem Ende mit einer Viererwertung den entscheidenden Akzent. Felix gab sich nicht geschlagen und verkürzte in den letzten Sekunden noch einmal den Rückstand. Für eine Wende reichte die verbleibende Zeit jedoch nicht mehr, sodass er sich denkbar knapp mit 5:7 geschlagen geben musste.
Im griechisch-römischen Stil bis 80 kg traf Franz Günther auf seinen Trainingspartner Robert Schröder. Beide lieferten sich einen ausgeglichenen Kampf, bei dem letztlich die Passivitätswertungen den Ausschlag gaben. In der Schlussminute versuchte Franz noch einmal alles, um die Begegnung zu seinen Gunsten zu drehen. Schröder verteidigte seinen knappen Vorsprung jedoch geschickt und ließ keine entscheidende Aktion mehr zu. So sicherte er sich einen 1:1-Punktsieg aufgrund der ersten Passivitätswertung.
Mit Witas Behrendt, dem amtierenden deutschen Meister der Männer, wartete auf Abdulridha Ali eine besonders hohe Hürde. Ridha stellte sich dieser Herausforderung, hielt kämpferisch dagegen und konnte sich mehrfach aus gefährlichen Situationen befreien. Auch eigene Punkte gelangen ihm, doch Behrendt behielt die Oberhand und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Nach 4:05 Minuten stand schließlich der Sieg durch technische Überlegenheit fest.
Den Schlusspunkt setzte Armin Badaeitapekali, der gegen William Stier eine abgeklärte und konzentrierte Leistung zeigte. Mit zunehmender Kampfdauer übernahm er immer mehr die Kontrolle, setzte seinen Gegner mit gezielten Aktionen unter Druck und ließ sich dabei nicht aus der Ruhe bringen. Der verdiente Lohn war ein deutlicher 13:1-Punktsieg, durch den Armin drei weitere Mannschaftspunkte für die Germanen sicherte. Mit etwas mehr Zeit wäre vielleicht auch noch die technische Überlegenheit möglich gewesen.
Damit endete der Mannschaftskampf mit 19:4 für den FC Erzgebirge Aue II. Die Gastgeber kletterten durch den Erfolg vom zweiten auf den ersten Tabellenplatz. Der AC Germania Artern bleibt hingegen auf Rang sieben. Trotz der deutlichen Niederlage können die Germanen einiges aus der Begegnung mitnehmen. Die Mannschaft hielt dagegen, versteckte sich keineswegs und machte es den favorisierten Gastgebern in mehreren Duellen alles andere als leicht. Das Endergebnis spiegelt daher nur bedingt wider, wie eng einige Begegnungen tatsächlich verliefen und wie viel Einsatz die Arterner auf der Matte zeigten.
Nun richtet sich der Blick nach vorn. Zwei wichtige Heimkämpfe gegen den RC Germania Potsdam und den RV Hannover stehen bevor. Beide Mannschaften sind direkte Tabellennachbarn und damit unmittelbare Konkurrenten im Kampf um wichtige Punkte. Vor heimischer Kulisse wollen die Grün-Gelben nun alle Kräfte mobilisieren und zeigen, was in ihnen steckt. Mit der Unterstützung der eigenen Fans im Rücken soll der heimische Hexenkessel zum entscheidenden Faktor werden, um gemeinsam wichtige Punkte in Artern zu erkämpfen.
AC! AC! AC!
Bericht: Tim Walther & Tina Reinhardt Bilder: Jonas Michel & Maria Ehret
