Bericht: Tim Walther Bilder: Tina Reinhardt & Maria Ehret
Der AC Germania Artern überrollt die KG Lübtheen mit 29:4. Von Beginn an zeigen die Grün-Gelben gegen den ehemaligen Zweitligisten eine konzentrierte Mannschaftsleistung und feiern den ersten Heimsieg der Saison.
Die Kilometersammler der Liga waren wieder unterwegs. Die KG Lübtheen, die im vergangenen Jahr noch in der 2. Bundesliga aktiv war, kennt die langen Wege der Regionalliga bestens. Auch die Germanen kennen die Mannschaft aus gemeinsamen Jahren in der Regionalliga und der 2. Bundesliga. In diesem Jahr steht in Lübtheen eine junge Mannschaft auf der Matte, die vor allem im griechisch-römischen Stil mit talentierten und national erfolgreichen Ringern besetzt ist.
Doch an diesem Abend rollte der Germania-Zug von Beginn an in eine Richtung: 29:4 für den AC Germania Artern.
Den ersten Vierer gab es bereits kampflos. Jack Eisenhardt hatte in der 61-Kilogramm-Klasse keinen Gegner und holte die ersten vier Mannschaftspunkte für Artern.
Danach feierte Toni Römer seinen Einstand im grün-gelben Trikot. Der eigentlich Freistilringer vertrat den für die Weltmeisterschaftsvorbereitung geschonten Sebastian Warchol im griechisch-römischen Stil. Gegen Moritz Wiese zeigte Römer eine clevere und kontrollierte Kampfweise. Er musste allerdings eine kurze Schrecksekunde überstehen, als er in einen Wurf seines Gegners geriet, sich aber daraus befreien konnte. Danach wurde Römer noch konzentrierter und brachte den Kampf sicher zu Ende. Drei Sekunden vor Schluss machte er mit dem 21:6 die technische Überlegenheit perfekt.
Anschließend wartete mit Fabian Wiesemann ein national bereits erfolgreicher Ringer auf Omid Sayadi. Omid musste erneut im für ihn ungeliebten griechisch-römischen Stil antreten, stellte sich dieser Aufgabe jedoch mutig. Beide zeigten technisch anspruchsvolles Ringen. Es wurde besonders spannend, als Omid seinen Gegner mit einem Abbrecher beinahe auf die Schultern brachte. Nur die begrenzte Mattenfläche verhinderte in diesem Moment die Sensation. Am Ende musste sich Sayadi mit 4:8 geschlagen geben, er gab dabei aber lediglich zwei Mannschaftspunkte ab. Gegen einen solchen Gegner war das eine starke Leistung.
Danach war Hendrik Jahn an der Reihe. Gegen den körperlich starken Justin Schimpf, der eigentlich im griechisch-römischen Stil zu Hause ist, bestimmte Hendrik das Geschehen. Mit überlegten Angriffen sammelte der Arterner kontinuierlich Punkte und ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Nach 4:47 Minuten war beim Stand von 17:2 Schluss.
Ein echter Lichtblick war anschließend Malte Guthmann. Man merkte dem Arterner an, dass er diesen Kampf unbedingt gewinnen wollte. Gegen Siyad Ozdoev rang Malte konzentriert und zielstrebig, setzte seine schnellen Beinangriffe und Rollen konsequent ein und belohnte sich mit einem deutlichen 17:1.
Der nächste Vierer war perfekt.
Damit stand es zur Pause bereits 16:2 für Artern. Ein Zwischenstand, mit dem selbst in der eigenen Ecke wohl kaum jemand gerechnet hatte. Doch die Germanen wollten mehr.
Ondrej Havelka bekam es mit dem physisch starken Henning Löbl zu tun. Zu Beginn geriet Ondrej nach einem Wurf des Lübtheeners kurz ins Hintertreffen. Danach schaltete der Arterner jedoch einen Gang hoch. Havelka marschierte nach vorne, setzte seinen Gegner zunehmend unter Druck und erhöhte das Tempo. Mit jeder Minute wurde deutlicher, dass Löbl dieses Tempo nicht halten konnte. Havelka nutzte das konsequent und setzte sich schließlich mit 12:4 durch.
Im siebten Kampf folgte das Duell, das trotz der klaren Führung der Mannschaft besonders viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Ali Abdulridha traf auf Matti Stolt, einen mehrfachen Deutschen Meister und erfahrenen EM-Teilnehmer. Für Ali war dies erneut eine große Herausforderung, doch er nahm sie an.
Im Stand neutralisierten sich beide zunächst weitgehend. In der angeordneten Bodenlage konnte sich Stolt mit seinen starken Hebern einen Vorsprung erarbeiten. Doch Ali gab sich nicht geschlagen. Stattdessen drehte der aus Kiel angereiste Kilometersammler auf und setzte selbst zu einem Kopfhüftschwung an. Stolt war plötzlich in höchster Gefahr. Nur knapp entging der Lübtheener der Schulterniederlage. Auch einen weiteren Wurf versuchte Abdulridha.
Am Ende ging der offene Kampf mit 14:8 an Stolt. Zwei Mannschaftspunkte wanderten nach Lübtheen. Für Ali gab es dennoch viel Lob: Gegen einen national erfolgreichen und international erfahrenen Gegner zeigte er eine deutliche Leistungssteigerung und verkaufte sich teuer. Der Mann aus Kiel bewies einmal mehr, dass sich die langen Anfahrten lohnen.
Danach machte Armin Babaeitapekali dort weiter, wo er in den vergangenen Wochen aufgehört hatte. Gegen Malte Vogel zeigte der Arterner seine inzwischen gewohnt überlegene und dominante Kampfweise. Mit schnellen Beinangriffen setzte er den Lübtheener immer wieder unter Druck und holte sich nach 3:35 Minuten beim Stand von 15:0 den nächsten technischen Überlegenheitssieg.
Dann hatte Felix Wächter offenbar noch einen Termin. Sein Kampf gegen Alihan Ozdoev war kaum angepfiffen, da war er auch schon wieder vorbei. Felix setzte zum Innenschenkelwurf an und brachte seinen Gegner nach nur 14 Sekunden auf beide Schultern. Schneller kann man einen Vierer kaum holen.
Den Schlusspunkt setzte schließlich Jan Zizka. Gegen den jungen und talentierten Karl Thoms entwickelte sich ein Kampf auf Augenhöhe. Beide schenkten sich nichts, kämpften im Stand und ließen am Boden kaum etwas zu. Es war ein echtes Dauerfeuer über sechs Minuten, das Jan am Ende mit 5:2 für sich entschied.
Damit stand der Endstand von 29:4 für den AC Germania Artern fest.
Der erste Heimsieg der Saison war damit eindrucksvoll eingefahren. Zehn Kämpfe, acht Siege: Eine Mannschaft, die von Beginn an konzentriert auftrat und auch nach einzelnen engen Situationen nicht nachließ. Besonders erfreulich war, dass mit Toni Römer ein weiterer Neuzugang einen gelungenen Einstand feiern konnte.
Nach dem deutlichen Erfolg wartet nun allerdings ein anderes Kaliber. Mit Thalheim steht am kommenden Wochenende ein echter Härtetest bevor. Die Germanen wollen auch dort in Bestbesetzung antreten. Nach diesem Abend darf man gespannt sein, was der Germania-Zug auf seiner nächsten Fahrt im Gepäck hat.
AC AC AC !































