Verkehrte Welt in Artern: Sechs Siege reichen nicht zum Mannschaftserfolg!

Bericht: Tim Walther Bilder: Tina Reinhardt

Die Germanen gewinnen sechs von zehn Einzelduellen gegen die Bundesligareserve des FC Erzgebirge Aue II. Aber mit einem 0:12-Fehlstart, müssen sich alle am Ende, nach einer beherzten Aufholjagd mit 12:16 geschlagen geben.
Der Kampfabend zeigte zwei sehr unterschiedliche Gesichter zeigte. Zunächst schien Aue dem Kampf früh den Stempel aufzudrücken. Doch die junge Arterner Mannschaft fand immer besser in den Abend, startete bemerkenswert durch und sorgte besonders nach der Pause für Begeisterung in der Halle.

Der Auftakt für die Germanen war alles andere als einfach.

Justin Scheppner feierte gegen Tim Krasickij sein Debüt für den AC Germania Artern. Gleich zum Einstand wartete mit dem Auer ein Gegner, der bereits mehrere Medaillen bei Deutschen Meisterschaften gewinnen konnte. Scheppner musste sich technisch unterlegen geschlagen geben.

Auch Philipp Kraus stand vor einer besonderen Herausforderung. Weil Sebastian Warchol verletzungsbedingt fehlte, sprang Philipp ein und stellte sich im für ihn ungewohnten griechisch-römischen Stil Connor Sammet entgegen. Der Auer konnte bereits nationale und internationale Erfolge vorweisen. Auch dieser Kampf ging an die Gäste.

Im dritten Duell traf Jack Eisenhardt bei seinem ersten Einsatz in der 66-Kilogramm-Klasse direkt auf den international erfahrenen Spitzenringer Olivier Skrypczak. Jack verkaufte sich teuer, musste sich ebenfalls geschlagen geben.

Drei Kämpfe, drei Niederlagen, 0:12.
Aue hatte die Chance genutzt und war mit einer starken Mannschaft gekommen, darunter auch mit Ringern aus dem Bundesliga-Kader. Für die junge Germanen-Mannschaft damit von Beginn an ein harter Prüfstein.

Dann kam Hendrik Jahn.
Der Arterner Neuzugang feierte seinen ersten Kampf im grün-gelben Trikot – und erwischte einen Einstand, wie man ihn sich besser kaum wünschen kann. Gegen Yasin Salamov rang Jahn konzentriert und aggressiv, bestimmte den Kampf über die gesamte Zeit und setzte sich mit 2:1 Punkten durch.
Der erste Punkt für Artern war da. Und zum ersten Mal an diesem Abend stand die Halle richtig Kopf.

Malte Guthmann legte vor der Pause gleich nach. Finn Weiß machte es ihm aber keinesfalls leicht. Malte musste erheblichen Widerstand aufbringen. Die tiefe Kampfweise des Auers machte es Malte schwer, zudem verstand es Weiß, Angriffe zu kontern und eigene Akzente zu setzen. So geriet Malte zwischenzeitlich in Rückstand. Doch er blieb dran. Als bei Weiß gegen Ende die Kräfte nachließen, nutzte Guthmann seine Chance und drehte den Kampf noch zum 8:5. Die Fans feierten diesen Sieg euphorisch.

Mit 3:12 ging es in die Pause.
Noch lag Aue deutlich vorne. Aber der Kampf hatte sich verändert.
Nach der Pause zeigte sich eine andere Arterner Mannschaft – und auch eine andere Halle. Die Fans waren nun voll da und begleiteten ihre Mannschaft lautstark. Aus dem zunächst verhaltenen Abend wurde ein echter Kampfabend.

Ondrej Havelka setzte das erste Ausrufezeichen. Gegen Quentin Schmalfuß zeigte er wieder sein ganzes Können. Nach der angeordneten Bodenlage nutzte Havelka seine Möglichkeit für einen Wurf und brachte den Vorsprung anschließend sicher über die Zeit. Mit 5:2 holte er den nächsten Arterner Sieg.

Ali Abdulridha bekam es anschließend mit Przemyslaw Piatek zu tun, einem international erfahrenen Gegner. Ali begann fulminant und setzte zunächst starke Akzente. Im weiteren Kampfverlauf ging ihm jedoch zunehmend die Luft aus, sodass Piatek das Duell noch drehen konnte.

Danach folgte der nächste Debütant: Armin Babaei. Auch er stand erstmals für die Germanen auf der Matte und zeigte eine konzentrierte, starke Leistung. Gegen Tony Lehmann ließ Babaei nichts anbrennen und holte mit einem 1:0 einen weiteren wichtigen Sieg.

Dann sorgte Felix Wächter für ein echtes Feuerwerk. Gegen Maximilian Becher zeigte er eine Vielzahl an Techniken und setzte sich am Ende mit 17:2 technisch überlegen durch. Vier Mannschaftspunkte für die Germanen – und wieder wurde es laut.

Den letzten Arterner Höhepunkt setzte Jan Zizka. Mit Witas Behrendt stand ihm der diesjährige Deutsche Meister gegenüber. Zizka ließ sich davon nicht beeindrucken, lieferte eine enorm starke Leistung ab und bezwang den Titelträger mit 7:2.

Sechs Siege aus zehn Einzelduellen. Aue hatte trotzdem die bessere Mannschaftsausbeute. Die vier hohen Niederlagen wogen für Artern schwer. Doch unzufrieden dürfen wir nicht sein.
Für Trainer und Kapitän André Günther war vor allem die Mannschaft bemerkenswert: „Es stand eine wirklich junge Arterner Mannschaft auf der Matte, so jung waren wir lange nicht.“
Und genau diese Mannschaft zeigte an diesem Abend, gegen starke Auer, was in ihr steckt.
12:16 – ist ein bitteres Ergebnis, aber ein Auftakt, der Lust auf mehr macht. Die Germanen haben gezeigt, dass sie in dieser Regionalliga angekommen sind und nun schauen wir nach vorn.

Bereits am 5. September geht es nach einem freien Kampftag in Potsdam mit einem wichtigen Kampf weiter.

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