Aus einem 12:12 wird ein 12:25 – Germania holt den ersten Saisonsieg

Bericht: Tim Walther Bilder: Christin Etzrodt

Der AC Germania Artern gewann am Samstag das hitzige Duell beim RV Hannover. Nach einer 12:8-Führung zur Pause sorgte eine kurze Schrecksekunde zunächst für den Ausgleich, doch die Grün-Gelben behielten nachfolgend die Nerven und machten nach einem starken Mannschaftsabend den ersten Saisonsieg perfekt.

Es gibt Gegner, gegen die ein Kampfabend selten zur Routine wird. Und zweifellos gehört der RV Hannover für den AC Germania Artern zweifellos dazu. Beide Mannschaften kennen sich aus gemeinsamen Zeiten und aus vielen engen und aufregenden Duellen. Auch diesmal wurde den Germanen nichts geschenkt. Doch am Ende hatten die Arterner die besseren Antworten parat.

Den Auftakt machte Jack Eisenhardt im Freistil bis 61 Kilogramm. Gegen den schnellen Matvii Tytiuk hatte der, eigentlich im griechisch-römischen Stil beheimatete, Arterner einen schweren Stand. Tytiuk setzte seine Angriffe konsequent durch und gewann zurecht technisch überlegen mit 18:3 Punkten.

Danach folgte die erste deutliche Antwort der Grün-Gelben. Sebastian Warchol bestritt nach seiner verletzungsbedingten Pause seinen ersten Saisonkampf. Gegen den knapp zehn Kilogramm schwereren Dragos Boungeru zeigte er, dass er in den vergangenen Monaten nicht untätig gewesen war. Von Beginn an bestimmte er das Geschehen und machte bereits nach 71 Sekunden mit 15:0 Punkten den technischen Überlegenheitssieg fest.

Auch Illia Bilous musste sich zunächst in seinen Kampf hineinarbeiten. Der Neuzugang aus Weißwasser, der eigentlich im Freistil zu Hause ist, traf im griechisch-römischen Stil auf Davlatjon Kamolov. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand Illia immer besser in den Kampf und setzte sich schließlich mit 18:3 technisch überlegen durch.

Weiter ging es mit Hendrik Jahn, der einmal mehr, eine konzentrierte Leistung ablieferte. Gegen Vladislav Vogelmann arbeitete er konsequent nach vorn und schob seinen Gegner immer wieder an den Mattenrand. Punkt für Punkt baute er seinen Vorsprung aus. Nach 3:37 Minuten stand auch für ihn ein klarer 16:0 Sieg auf der Anzeigetafel.

Danach musste Malte Guthmann gegen Nikita Tytiuk antreten. Malte fand zunächst nicht seinen gewohnten Rhythmus und geriet nach einem Moment der Unaufmerksamkeit ins Hintertreffen. In der zweiten Runde wurde der Arterner jedoch deutlich aktiver und bestimmte zunehmend das Geschehen. Doch Tytiuk konterte einen Angriff Malte und beendete den Kampf mit einem Schultersieg.

Trotz dieser Niederlage ging es mit einer 12:8-Führung für Artern in die Pause. Die Germanen hatten sich damit eine gute Ausgangsposition erarbeitet.

Nach der Pause folgte jedoch eine Szene, mit der wohl niemand gerechnet hatte.
Im 86-Kilogramm-Greco bestimmte zunächst Ondrej Havelka den Kampf gegen Iraklii Salakaia. Dann wurde der Arterner von einem Schulterschwung des Hannoveraners überrascht. Ondrej konnte sich zwar zunächst befreien, setzte anschließend jedoch selbst zur Kopfschleuder an und landete dabei auf dem Rücken. Kampfrichter Cliff Woratsch aus Plauen beendete den Kampf daraufhin sofort und wertete dies als Schultersieg für Hannover.
So stand es plötzlich 12:12.

Der Mannschaftskampf war wieder völlig offen. Doch davon ließen sich die Germanen nicht aus der Ruhe bringen.

Anschließend lieferte sich Marcus Winter das Duell, der ewigen Zwei, mit Dzheikhun Alizade. Beide kennen sich noch aus gemeinsamen Oberliga-Zeiten, entsprechend eng ging es wieder zu. Marcus wollte zudem Revanche für die Niederlage aus der vergangenen Saison nehmen. Bis in die Schlusssekunden blieb der Kampf offen. Am Ende hatte Marcus mit 2:1 knapp die Nase vorn.
Dieser Sieg war mehr als nur ein Punktgewinn – er brachte Artern wieder auf Kurs.

Danach übernahm Armin Babaeitapekali. Gegen Khwaja Sorosh Kouhestani zeigte der Neu-Arterner erneut seine ruhige und überlegte Kampfweise. Mit konsequenten Beinangriffen sammelte er Punkt für Punkt und machte nach 4:28 Minuten mit 15:0 Punkten den technischen Überlegenheitssieg perfekt.

Auch Felix Wächter musste gegen Felix Bambalyan geduldig bleiben. Der Hannoveraner arbeitete mit Scheinangriffen und Täuschungen und war dadurch schwer zu fassen. Wächter ließ sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen, nutzte seine Chancen und setzte sich schließlich auch mit 16:1 technisch überlegen durch.

Damit war der Mannschaftssieg zum Greifen nah.

Den Schlusspunkt setzte Franz Günther. Und er hatte es offensichtlich eilig. Gegen Rikardo Zoto benötigte der Arterner gerade einmal 38 Sekunden. Ein sauberer Vierer, beide Schultern auf der Matte, und der erste Saisonsieg war endgültig perfekt.

Was diesen Abend besonders macht, war nicht ein einzelner herausragender Ringer. Es war die Reaktion der gesamten Mannschaft. Nach der Pausenführung geriet der Kampf durch Ondrejs Schrecksekunde noch einmal aus den Fugen. Doch statt nervös zu werden, folgten vier Siege.

Verdient ging Artern von der Ringermatte!

Die gemeinsame Aufstiegsgeschichte und die vielen engen Duelle mit Hannover haben erneut gezeigt, warum diese Begegnung einen besonderen Charakter hat.
Diesmal siegten die Grün-Gelben.

Und die nächste Aufgabe wartet bereits: Am kommenden Wochenende empfängt der AC Germania Artern vor heimischen Publikum die KG Lübtheen, den Bundesligaabsteiger. Der erste Sieg ist geschafft – nun soll kommenden Samstag der nächste folgen.

AC! AC! AC!

Bookmark the permalink.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert