{"id":1636,"date":"2013-09-08T21:48:05","date_gmt":"2013-09-08T19:48:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ac-germania.com\/?p=1636"},"modified":"2013-09-08T21:48:05","modified_gmt":"2013-09-08T19:48:05","slug":"ringen-bleibt-olympisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ac-germania.com\/?p=1636","title":{"rendered":"Ringen bleibt Olympisch!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das IOC nimmt das vom Olympia-Ausschluss bedrohte Ringen wieder in das Programm. DRB-Pr\u00e4sident Werner feiert die Entscheidung.<\/strong><\/p>\n<p>Frankfurt &#8211; Das olympische Schwergewicht Ringen ist dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit entgangen.<\/p>\n<p>208 Tage nach dem weltweit kritisierten vorl\u00e4ufigen Ausschluss w\u00e4hlten die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) die \u00e4lteste Kampfsportart der Welt am Sonntag in Buenos Aires wieder ins Programm f\u00fcr die Sommerspiele 2020 und 2024.<\/p>\n<p>Die Ringer setzten sich im ersten Wahlgang mit der aboluten Mehrheit von 49 Stimmen wie erwartet in der Stichwahl gegen Baseball\/Softball (24) und Squash (22) durch &#8211; und k\u00f6nnen aufatmen.<\/p>\n<p><strong>DRB feiert die Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die Ringerinnen und Ringer auf der ganzen Welt sind erleichtert, dass ihr ganz pers\u00f6nlicher Traum von Olympia als st\u00e4rkster Motivationsfaktor erhalten bleibt und feiern die Entscheidung begeistert&#8220;, sagte Manfred Werner, Pr\u00e4sident des Deutschen Ringer-Bundes (DRB): Unser Kampf hat sich gelohnt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Seltene Einheit<\/strong><\/p>\n<p>Am 12. Februar hatte die IOC-Exekutive die Traditionssportart, die nur 1900 nicht zum olympischen Programm geh\u00f6rt hat, zun\u00e4chst aus dem Kreis der Kernsportarten geworfen und damit auf eklatante Missst\u00e4nde im Weltverband FILA reagiert.<\/p>\n<p>Was folgte, war ein weltweiter Aufschrei der Entr\u00fcstung. In einer seltenen politischen Allianz setzten sich sogar die USA, Iran und Russland f\u00fcr die Ringer ein. Der zweimalige Olympiasieger Armen Nasarjan (Bulgarien) trat in seiner Verzweiflung sogar in den Hungerstreik.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Nicht ausgeschlossen, sondern auf dem Pr\u00fcfstand&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Am Sonntag in Buenos Aires rechtfertigte der scheidende IOC-Pr\u00e4sident Jacques Rogge, der den Warnschuss gegen die Ringer forciert hatte, die Entscheidung der Exekutive auf Nachfrage aus dem Mitglieder-Plenum noch einmal entschieden.<\/p>\n<p>&#8222;Ringen wurde nicht ausgeschlossen, sondern mit zwei anderen Sportarten auf den Pr\u00fcfstand gestellt&#8220;, erkl\u00e4rte der Belgier, &#8222;aus den Diskussionen habe ich erkannt, dass der Zustand im Ringer-Weltverband nicht optimal war. Wir mussten konsequent handeln&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4sident gefeuert, Reformen angeschoben<\/strong><\/p>\n<p>In der Tat bewirkte die &#8222;Gelbe Karte&#8220; bei den Ringern eine Menge.<\/p>\n<p>FILA-Pr\u00e4sident Raphael Martinetti (Schweiz) wurde achtkantig gefeuert. Sein Nachfolger, der Serbe Nenad Lalovic, verordnete der FILA in Rekordzeit ein drastisches Reformprogramm.<\/p>\n<p>Er installierte eine Athleten-Kommission, vergab F\u00fchrungspositionen an Frauen, \u00e4nderte das komplizierte Regelwerk und machte die Sportart telegener.<\/p>\n<p>Sogar IOC-Vize Thomas Bach stand dem neuen F\u00fchrungsteam mit seinem Rat zur Seite.<\/p>\n<p><strong>Weitere Neuerungen sollen folgen<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Wir haben Ringen zu der w\u00fcrdigen olympischen Sportart gemacht, die sie sein sollte&#8220;, sagte Lalovic in der letzten Pr\u00e4sentation kurz vor der Wahl vor den IOC-Mitgliedern, die ihm danach noch einmal intensiv auf den Zahn f\u00fchlten.<\/p>\n<p>Lalovic musste sich mehr als eine halbe Stunde lang rechtfertigen. Schon zuvor hatte der schwergewichtige Serbe von einer &#8222;Reise durch schwere See&#8220; gesprochen, &#8222;aber wir haben den Hafen nie aus den Augen verloren.&#8220;<\/p>\n<p>Die Reformen in der FILA will er nach dem Befreiungsschlag fortsetzen: &#8222;Wir werden weitermachen. Buenos Aires ist nur der erste Schritt.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Weckruf zur richtigen Zeit<\/strong><\/p>\n<p>Das sieht Manfred Werner genauso. `Nun geht es darum, die in den letzten Monaten angesto\u00dfenen Reformen auch konsequent umzusetzen. Der DRB sieht das Ganze als Weckruf&#8220;, sagte der DRB-Boss:<\/p>\n<p>&#8222;Denn eine Sportart wie Ringen, die zwar von Anfang an olympisch war, heute aber nicht immer im Zentrum der Berichterstattung und eines breiten Publikumsinteresses steht, sollte sich nie mehr in einer falschen Sicherheit wiegen. Es geht darum, dauerhaft attraktiv und reformwillig zu sein, ohne den Kern der Sportart zu verw\u00e4ssern.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Verd\u00e4chtiger Brief<\/strong><\/p>\n<p>Auch einen letzten R\u00fcckschlag steckten die Ringer kurz vor der Wahl weg. Die IOC-Ethikkommission verwarnte die FILA wegen eines Versto\u00dfes gegen den Verhaltenskodex.<\/p>\n<p>Lalovic musste einr\u00e4umen, dass der japanische Ringerverband in einem Brief an andere Nationalverb\u00e4nde zur Beeinflussung von IOC-Mitgliedern aufgerufen hatte.<\/p>\n<p>&#8222;Als ich das mitbekommen habe, habe ich sofort das IOC informiert, das ich von dem Brief noch nichts wusste. Sie sagten mir, ich h\u00e4tte richtig gehandelt, und der Fall sei damit erledigt. Der Brief hat niemandem geschadet&#8220;, sagte Lalovic.<\/p>\n<p><em>Quelle: www.sport1.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das IOC nimmt das vom Olympia-Ausschluss bedrohte Ringen wieder in das Programm. 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