Zwanzig Kilo und viel Neugier
 

 

Die erste Etappe der großen Reise hat geklappt. Gestern 9.42 Uhr meldete sich die Arterner Jugend-Delegation per SMS aus Tokio: "Sind gut gelandet und fliegen gleich nach Osaka weiter." Als am Sonntag der Abreisezeitpunkt für die fünf Arterner Teilnehmer am 34. Deutsch-Japanischen Sportjugend-Simultanaustausch langsam näher rückte, wurde es doch merklich stiller um sie. Für die meisten ist es ja auch die erste Reise ans andere Ende der Welt, noch dazu ohne Eltern. Ein großes Abenteuer wird es auf jeden Fall. Florian Muchow (16) hofft auf eine Menge Spaß, will viel vom Land sehen. "Mein Schulenglisch muss reichen", sagt er und baut da auf Erfahrungen, die er schon in Griechenland und Irland sammelte. Er liegt damit mit Stephan Grimm (17) auf einer Wellenlänge. Der ehemalige deutsche Jugendmeister im Ringen will die Tage in Japan nutzen, um mehr über ein fremdes und faszinierendes Land und dessen Kultur zu erfahren - ohne dass der Spaß zu kurz kommen soll. Aber da hat das Vorbereitungstreffen der gesamten deutschen Reisegruppe in Blossin schon Befürchtungen zerstreut. Die Japanfahrer sind, obwohl bunt zusammengewürfelt, ganz offensichtlich eine dufte Truppe. Eine Fernost-Vorbereitung en Detail hat Ken Finke (16) betrieben. Er möchte unbedingt das japanische Essen ausprobieren und hat dazu vorab schon einmal seine Fingerfertigkeiten mit den Stäbchen perfektioniert. Nach Ringer-Reisen nach Malta und Litauen ist er auch besonders gespannt auf die japanischen Sportbesonderheiten. In der Gruppe zwar die körperlich Kleinste, hat Jana Günther aber doch den Hut auf. Sie ist schließlich schon 20 - aber damit in Japan übrigens noch immer zu jung für Alkohol oder Tabakwaren. Das Land und dessen Kultur möchte sie in dreieinhalb Wochen studieren, viele Menschen treffen. Das Programm ist straff durchorganisiert - und nichts dem Zufall überlassen. Davon überzeugte die Fernreisenden selbst das Kofferpacken: Nach Abarbeiten der Checkliste zeigte die Waage fast exakt die höchstens zulässigen 20 Kilo.