Von Günthers und
Walthers
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Es gibt eherne Gesetze. Eines in Artern lautet: "Ein Günther ringt!" Und das ist selbst so, wenn der Günther ein Walther ist! Tim Walther (11), kommt nicht als Muskelprotz daher. Der Sechstklässler der Arterner Borlachschule ist eher schmächtig - und hat dennoch schon das Nonplusultra für einen Ringer seiner Alterklasse in hiesigen Breiten erreicht. Tim ist frischgebackener Mitteldeutscher D-Jugend-Meister. Mehr geht nicht, denn ein Bundeschampionat wird erst ab der C-Jugend ausgetragen. Kontrahenten aus den Hochburgen Frankfurt/Oder, Luckau oder Cottbus ließ er keinen Stich. Alle Kämpfe gewann er auf Schulter. Der Trainingsfleiß zahlte sich aus. Seit sieben Jahren ist Tim beim AC Germania Artern, seit vier Jahren übt er dreimal wöchentlich in der Leistungsgruppe. Sein Weg zu den Ringern war vorgezeichnet. "Meine Mutter ist eine Günther", sagt Tim - und sagt damit alles. Arterner Günthers ringen. Punkt. Tims Onkel Gerhard ist sein Trainer. Für das Mitteldeutsche Championat hatten sich Tim & Co. besonders ins Zeug gelegt, immer wieder den Kopf-Hüftschwung trainiert. Genau mit diesem legte der Arterner nun einen Gegner nach dem anderen aufs Kreuz. "Dabei ist doch der Schulterschwung meine Schokoladen-Technik", wunderte sich Tim etwas. Das wird wohl einigen Trainern noch aus dem Vorjahr erinnerlich gewesen sein, als Tim schon Dritter beim Großen Preis von Deutschland wurde. Jetzt überraschte er alle mit dem Variantenwechsel, ist vielseitiger geworden. In zwei Wochen erlebt der Große Preis seine nächste Auflage. Tim ist dabei - und will gewinnen. Zuletzt, bei einem Drei-Nationen-Turnier in Polen blieb seine Bilanz auch ungetrübt. Platz für ein paar Pokale mehr ist auf dem Regal in seinem Zimmer auch noch. An seinem Lieblingssport, er spielt auch gern Fußball und fährt Rad, gefällt ihm die Möglichkeit, Freundschaften zu schließen und "alte Bekannte" wiederzutreffen. Da ist er beim AC Germania genau richtig. Gelegenheit zum Kontakteknüpfen hatte Tim außer in Deutschland auch schon in Polen und Ungarn. Wenn ihm eines am Ringen nicht gefällt, dann ist es das lästige "Gewichtmachen". 34 Kilo sind sein Wettkampf- und Erfolgsgewicht. Jetzt steigt er in die C-Jugend auf - und fährt zunächst noch zweigleisig. "Tim ist einer der wenigen, die sowohl klassisch als auch im freien Stil gut unterwegs sind", sagt Gerhard Günther. "Griechisch-römisch ist er im Stand sehr stark, im Freistil am Boden." Im März 2008 finden die Deutschen C-Jugend-Meisterschaften statt. Da will Tim hin - und irgendwann auf dem Weg werden er und seine Übungsleiter sich für eine der beiden Stilarten entscheiden. "Das ist ein hohes Ziel", weiß Gerhard Günther. Er setzt aber darauf, dass sein Neffe Tim es auch gegen ältere Konkurrenz durch die Qualifizierungsmühle von Landes- und Mitteldeutschen Meisterschaften schafft, um sich dann mit den bisher noch unbekannten Besten aus den starken Landesverbänden wie Bayern und Hessen zu messen. |