Revanche gegen Tabellenzweiten geklückt
AC Germania Artern - 1. Luckenwalder SC II 22:15
![]()
|
Viel vorgenommen hatten sich die Germanen für das Duell gegen den Liga-Vize am vergangenen Samstag. Im Vorfeld geplant, sollte endlich die Bestformation auf der Matte stehen und wertvolle Punkte für den gewünschten Podestplatz sichern. Mit Luckenwalde stand ein direkter Konkurrent gegenüber, den es zu schlagen galt, wollte man bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitreden. Soweit der Plan, und wieder kam alles anders. Punktegarant Tobias Boeck scheiterte nach Hungermartyrium an der Waage. Ganze 200 Gramm hatte Boecki kurz vor dem Wiegen immer noch zuviel und so sahen die Germanen ihre Fälle davon schwimmen. Doch was dann im Tollhaus Unstrutstrasse über die Matte ging war unbeschreiblich. Das ständige Auf und Ab hielt Sportler und Zuschauer in Atem und bot stimmungsvolle Kurzweile wie selten zuvor. Und es fing gut an. Alexander Alferov beginnt erfolgreich. Clever punktet er Felix Schulze aus und entscheidet alle 3 Runden für sich. Nah dran ist Ronny Bublitz. Gegen den bereits international erfolgreichen Nik Matuchin sind gute Ansätze sichtbar. Noch fehlt Ronny die Kaltschnäuzigkeit, um gegen einen großen Namen konsequent nach vorn zu gehen. Aber das kommt, ganz sicher. So holt sich der Luckenwalder 4 Punkte und bringt die Gäste in Führung. Doch nicht lange, denn es kommt die große Stunde von Stephan Knopf. Schon so oft hat Knöpfchen mit sich selbst gehadert, diesmal macht er genau zur rechten Zeit alles richtig. Nach einigem hin und her befördert er seinen Gegner per Kopfhüftschwung auf die Schultern. Unfassbar. Und Daniel Geist legt gleich nach. Alle 3 Runden gewinnt Geisti gegen Moritz Müller, holt damit weitere wichtige Punkte für den AC und baut den Vorsprung aus. Einen schweren Stand hat Konstantin Kersten. Er springt für Tobias Boeck ein und muss in der für ihn ungewohnten klassischen Stilart gegen Michael Schmiedeck bestehen. Teuer trägt Konstantin seine Haut zu Markte, dennoch reicht es nicht für einen Rundengewinn. So holen die Luckenwalder auf und es steht 10 zu 8 zur Pause. 5 Kämpfe stehen nun noch aus und die haben es alle in sich. Zuerst zieht Mario Panitzsch gegen Robert Glor den Kürzeren. Führungswechsel 10 zu 12. Hin und her geht es zwischen Lennard Wickel und Steve Brylla. In Luckenwalde hatte Steve das Duell verloren und wollte sich natürlich vor heimischen Publikum revanchieren. Doch wie verkraftete Steve seine Rippen Blessur aus der Vorwoche. Schon die schief gelaufene Kopfrolle zu Beginn des Kampfes ließ Insider Böses ahnen. Doch irgendwie schafft es Steve aus dem typischen Freistillgewühle heraus seinen Gegner zu schultern. Wahnsinn. Spannung pur gab es auch bei Rückkehrer Vasek Scheiner. Wie hatte er seine Verletzung verdaut? Konnte Vasek in gewohnter Manier attackieren und punkten? In Runde eins war er ganz der Alte. Mit 4 zu 0 Punkten entschied er diese Runde für sich. In der zweiten Runde wurde es schon eng, die Wettkampfpause und das Gewichtmachen forderten ihren Tribut. Vasek unterliegt 4 zu 5 und es sah danach aus, als würde jetzt die Zeit des Luckenwalders Hannes Müller kommen. Denkste. In der 3. Runde macht Vasek alles klar und schultert seinen Gegner. Und da verwandelte sich die Unstruthalle in ein Tollhaus. Der Hallensprecher hatte Sendepause und das Publikum nahm die Unterhaltung selbst in die Hand. Das brach auch beim Kampf von Andreas Bering gegen Andre Gregorski nicht ab. Andy demoralisierte den jungen Brandenburger und gewinnt alle 3 Runden mit technischer Überlegenheit. Er baut den Vorsprung auf 22 zu 12 aus und sichert schon mal den Mannschaftserfolg. Nun konnte im letzten Duell zwischen Felix Thäthner und dem bundesligaerfahrenen Michael Wehlan nichts mehr anbrennen. Beide Sportler zelebrieren Freistilringen der Extraklasse. Katzengleich wird hier jeder Angriff ausgerungen, das ständige hin und her hält die Zuschauer in Atem. Knapp verliert Felix das Duell, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Der 22 zu 15 Sieg erhält den Germanen erst einmal die Chance auf einen Podestplatz. Doch jetzt heißt es wachsam bleiben und nur keinen Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Alles ist möglich und wer hätte gedacht, dass die Werdauer Ringkämpfer in Vorpommern baden gehen… Schon am kommenden Samstag erwartet der AC die Kampfgemeinschaft Altenburg/ Schneeberg vor heimischem Publikum. Im Vorkampf kommt Arterns Zweite gegen Braunsbedra zum Zuge. |