Erster Geburtstag im Internat
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Sind Sie extremer Frühaufsteher? Und wohnen Sie in Artern? Dann könnte es gut sein, dass die TA, in der Sie gerade schmökern, vor ein paar Minuten von Dagmar Göbel in Ihren Zeitungskasten gesteckt wurde. Auch am heutigen Frauentag. Aber der ist für Dagmar Göbel heute nicht Feiertag Nummer eins. Tochter Franziska hat Geburtstag. Es ist der elfte - und der erste, den das Mädchen im Internat des Sportgymnasiums Halle feiert. Klar, dass Mutti Dagmar heute auch in Halle "Zustelldienst" hat. Aus Kindern werden Leute. Und bei denen, die sich besonders früh abnabeln, geht das rasend schnell. Da macht die Persönlichkeitsentwicklung schon in Monaten Quantensprünge. "Franzi ist sehr eigenständig geworden. Und sie achtet im Internat auf Sachen, die ihr daheim nicht so wichtig waren. Ordnung halten zum Beispiel", sagt Dagmar Göbel. Es räumt eben niemand mehr hinter einem her. Selbstbewusst sei die Tochter geworden. "Sie sagt heute, was sie denkt!" Die Trainer finden´s gut! Nur so wird man erfolgreich! Franziska Göbel ist gerade mitteldeutsche Meisterin im Ringen geworden. Sie hat einen großen Sprung gemacht, ist physisch und psychisch stabil. Sieben Trainingseinheiten wöchentlich - sechs an drei Tagen in Halle sowie eine freitags daheim in Artern - zahlen sich aus. Heimtrainer Gerhard Günther ist mit ihr zufrieden, Bernd Radschunat, ihr Coach am Hallenser Sportgymnasium, das gleichzeitig Olympiastützpunkt ist, auch. "Auch Franzi fällt der Erfolg nicht in den Schoß, aber er fällt ihr leicht", sagt Gerhard Günther. Er sieht sie - deutsche Meisterschaften stehen ihr erst nächsten Jahr offen - bundesweit derzeit unter den besten Vier. Für Franzi ist der Heim-Coach dafür schlicht der Beste. Heimwehattacken hatte Franziska selbst in den ersten Internatstagen nicht. Dafür, so Dagmar Göbel, sei ihre Franzi erstens nicht veranlagt und zweitens würden die Talente in Halle auch viel zu sehr umsorgt. "Betreuung, Essen - alles prima", sagt die Mutter. Im Sommer folgen Franzi mit Tim Walter und Alexander Gilewitsch zwei weitere Arterner ans Sportgymnasium. Dann ist sie dort für die anderen der "alte Hase", wird ihnen ihr Fußball-Faible nahebringen und ihnen zeigen, was sie in der Stadt so alles entdeckt hat. Und in anderthalb Jahren will Franzi auch ihr kleiner Bruder Pascal nachfolgen. Unbedingt. Franziska freut sich derweil auf ihren Geburtstag, neue Schuhe - und auf Malta. Ihr Sieg in Werdau verschaffte ihr die Einladung, Oma spendiert heute einen Reise-Zuschuss. Am Samstag wird das Wiegenfest für alle, die nicht nach Halle reisen konnten, nachgefeiert. Wo? Natürlich daheim, im Ringer-Domizil in Artern. |