Gerade noch gut gegangen

RTV Zöblitz - AC Germania  17:21   
 

Vor dem Saisonauftakt sprachen die Germaniafans vom besten Team aller Zeiten. Die Tabellenspitze wurde vorweg gemietet und man wartete eigentlich nur noch drauf, dass es endlich anfängt. Nach 10 Kämpfen sind die Germanen vorn mit dabei, allerdings nicht ganz vorn. Sicher, die anderen waren besser, aber genau betrachtet hatten die Germanen bisher auch eine gehörige Portion Pech. Nur im Hinkampf gegen Zöblitz konnte Trainer Steffen Günther die Bestbesetzung auf die Matte schicken, ansonsten fehlten über lang oder kurz Leistungsträger auf Grund von Verletzungen oder beruflichen Verhinderungen. Gerade bei den Spitzenkämpfen gegen Zella-Mehlis und Pausa wurde es offensichtlich, das man gegen gleichstarke Teams nur mit der besten Zehn bestehen kann… So nahm auch am Samstag das Drama seinen Lauf. Nicht am Start waren Christian Oppermann, Felix Thätner aus beruflichen Gründen und Vasek Scheiner und Maik Oppermann, die gesundheitlich auf dem Weg der Besserung sind. Zöblitz, heimstark, schließlich nahm man zu Hause Vize Luckenwalde einen Punkt ab, könnte der Stolperstein für die Podestanwärter sein. Schon deshalb machte sich der Coach intensiv Gedanken über die Aufstellung. Das Aufrücken von Tobias Boeck und Andreas Bering machte Sinn, somit konnten die Gewichtemacher ihre malträtierten Körper schonen, zum anderen sind beide stark genug, um auch in der höheren Gewichtsklasse zu punkten. Doch damit tat sich ein Loch in der Gewichtsklasse bis 66 kg auf, leider war es aus eigener Kraft nicht zu stopfen, da die jungen Heißsporne des AC unpässlich waren. Einzig Konstantin Kersten hatte Eier genug und stellte sich dem Kampf, und was der junge Wahlgermane ablieferte war nicht von schlechten Eltern. Doch der Reihe nach. Alexander Alferov revanchierte sich eindrucksvoll gegen Florian Liebscher. In Artern noch 1 zu 3 unterlegen, siegte Alex mit technischer Überlegenheit. Nach 3 Runden stand es 13 zu 0 für das sympathische Leichtgewicht. Auch Ronny Bublitz ließ gegen Sandro Liebscher nichts anbrennen und holte sich einen 3 Rundensieg. Kraftvoll geht Ronny zu Werke und ist in der schweren Klasse mittlerweile eine Bank für den AC. Soweit lief alles nach Plan, doch es sollte noch richtig schwer werden. Zu spät fuhr diesmal der Hauptrechner von Stephan Knopf hoch. Ehe er klaren Kopf hatte und seine Stärken in Spiel bringen konnte, war der Kampf leider vorbei. Die Fetzen flogen dann im Duell von Daniel Geist und Jiri Zak. Der Tscheche, ein hervorragender Klassiker, tat sich mit „Freistilgeisti“ aber richtig schwer. Daniel konnte sich sogar einen am Ende sehr wichtigen Sieg in der 2.Runde holen. Eine blitzsaubere Rolle sicherte hier den Rundenpunkt. Zwar gewinnt Zak am Ende 3 zu 1, aber Daniel zeigte erbarmungslosen Kampfgeist. Die Punkte in der Gewichtsklasse bis 66 kg gingen dann kampflos an den Gastgeber, der mit 11 zu 8 zur Pause führte. Auf Arterner Seite rechnete man die Chancen in den folgenden Begegnungen aus und war noch zuversichtlich. Vor dem letzten Kampf sollte alles entschieden sein, um die Last nicht auf die Schultern von Konstantin Kersten zu legen. Eigentlich machbar, aber wieder mal lief es ein klein wenig anders als geplant. Kämpferisch überzeugte Mario Panitzsch. Schwer einschätzbar war die Begegnung im Vorfeld. Der eine oder andere Rundengewinn wäre gut, und würde die Sache am Ende für Konstantin sicher leichter machen. Runde für Runde holte Panik einen Rückstand auf und drehte den Spieß um. 3 wertvolle Punkte auf dem Mannschaftskonto brachten den kurzzeitigen Ausgleich für den AC. Im nächsten Duell wurden die Siegträume der Arterner erst einmal zerstört. Steve Brylla verletzte sich gleich in der ersten Runde im Duell gegen Stefan Saul. Steve beißt auf die Zähne, kämpft weiter, liegt aber nach 2 Runden schon 9 zu 0 zurück. Mit einer enormen Willensanstrengung punktet er in Rund 3 und wendet somit eine 4 zu 0 Niederlage ab. Nun steht es 14 zu 11 für die Gastgeber und noch nichts ist entschieden. Wie kommt Andreas Bering in der höheren Gewichtsklasse gegen Dirk Harzer zurecht. Schließlich hatte der Zöblitzer in Artern Vasek Scheiner außer Gefecht gesetzt. Doch Andreas greift an und schultert seinen Gegner nach Hammerkopfhüftschwung und Spitzenkopffesselung einfach. Punkt. Nun konnte nichts mehr anbrennen. Mit seinem Sieg hatte Andy den Punkt aufs i gesetzt. Tobias Boeck kam bis 74 kg kampflos zu den Punkten, ein wohlverdienter Schongang für den Rekordgewichtemacher. Und Konstantin Kersten hatte als letzter im Bunde eigentlich nichts zu befürchten, konnte sich zur Not von Eric Lüttich auch kurz und klein machen lassen. Von der Papierform her kein Unding, in der Realität allerdings unmöglich. Konsti, angespornt durch die Leistungen seiner Teamkameraden, hielt richtig dagegen. Das vermeintlich leichte Spiel wurde für den Zöblitzer Lüttich richtig schwere Arbeit. Konstantin holte sich in Runde 2 und 4 den Sieg und sah auch in den übrigen nicht schlecht aus. So gewinnen nach kämpferischer Partie die Germanen 21 zu 17. Der Blick aufs Podest ist noch frei. Doch die nächste Herausforderung wartet schon am kommenden Samstag, Vize Luckenwalde kommt in die Unstruthalle. Wieder einmal eine Vorentscheidung für die Germanen.