|
In die Gratulantenschar zu Gerhard Fahnerts 75.
Geburtstag reihten sich am Dienstag auch die Arterner Ringer ein. Kein
Wunder, denn seit 1948 ist er einer von ihnen. Ununterbrochen. Immer
dabei, auch ohne große Sportkarriere.
"Solche Leute sind Gold wert" sagt Gerd Pillep. Der Multifunktionär,
Präsident des AC Germania Artern und des Landes Ringerverbands von
Sachsen-Anhalt sowie Mitglied des Hauptausschusses des Deutschen Ringer
Bundes, weiß, wovon er spricht. Und genau deshalb hat er Gerhard Fahnert
zum runden Geburtstag auch Gold mitgebracht - die Ehrennadel des DRB in
dieser Edelmetall-Stufe nämlich. "Der Gerhard ist uns über all die Jahre
treu geblieben, hat geholfen, wo er konnte, schaut sich noch immer den
einen oder anderen Kampf der Männer an - und hat immer pünktlich seinen
Mitgliedsbeitrag bezahlt. Egal in welcher Währung!", lobt Pillep den
Jubilar. Der sieht das alles viel pragmatischer. Es habe sich halt so
ergeben, dass die russischen Behörden nach dem Krieg in Artern das Ringen
wieder zuließen. "Es gab ja kaum was anderes für uns damals 18- und
19-Jährige", sagt Fahnert. "Und außerdem wollten wir stramme Jungs
werden." So begeisterte er sich mit seiner Clique, die "Überlebenden"
halten noch heute zusammen, für die Schwerathletik. Gewichtheben, Ringen
und Rasenkraftsport wurden betrieben. Und in der Saline bauten sie das
große Freiluftpodest auf. Die Wettkämpfer durften sich schonen. "Zehn mal
zehn Meter hatte das - und Tischhöhe, damit bei dem üblichen Massenandrang
auch die Leute in den hinteren Reihen was sehen konnten", erinnert sich
Gerhard Fahnert. Auch wenn er behauptet, dass "alte Leute eben immer von
der Vergangenheit reden", eine Meinung zum aktuellen Ringen und vor allem
zum Regelwerk hat er auch: "Das ist nicht mehr das Wahre. Kaum Griffe und
spektakuläre Aktionen. Meist nur noch ein Geschiebe. Und dieser Zwiegriff
erst", winkt er ab. Dennoch geht er weiter hin. "Die Jungens können es
doch", sagt er, "man müsste sie eben einfach nur lassen!" |