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Einer Kündigung des Reinigungs-Vertrages für die
Arterner Ringerhalle sieht der AC Germania ganz gelassen entgegen. Er
putzt seine Räume sowieso schon längst in eigener Regie, während der
Komplex in der Unstrutstraße derzeit auch noch von einigen anderen
Vereinen genutzt wird - weitgehend kostenfrei. "Artern war mal Kreisstadt.
Und da haben sich so einige Gewohnheiten entwickelt, die in den
umliegenden Gemeinden auch zu DDR-Zeiten schon nicht selbstverständlich
waren", sagt Bürgermeister Wolfgang Koenen (Linke.PDS).
Dass einige Sportstätten bislang auf Kosten der Stadt geputzt werden,
gehört offenbar dazu. Um die Turnhalle in der Unstrutstraße zum Beispiel
haben sich bis Ende der 90-er Jahre sogar städtische Reinigungskräfte
gekümmert. Als man die komplett entließ, schrieb man die
Reinigungsleistung aus mit der Option, dass die Gekündigten übernommen
werden. In diesem Jahr stehen für die Gebäudereinigung in der Turnhalle
Unstrutstraße 10 000 Euro im Stadthaushalt. Dafür putzt die Firma zwei-
bis dreimal in der Woche die Sanitäranlagen und Umkleideräume und einmal
im Monat die große Turnhalle. Die Ringer vom AC Germania indes reinigen
ihr Haus der Ringer und die Trainingshalle schon seit Jahren selber. Und
bei Wettkämpfen wird auch in der großen Halle und den dazu gehörigen
Sanitäranlagen von den AC-Mitgliedern sauber gemacht.
Der Sportkomplex in der Unstrutstraße mit Turnhalle und Rasenplatz wird
allerdings auch noch von anderen Vereinen genutzt: Die Fußballer vom VfB
Artern trainieren hier ebenso wie ihre Kickerkollegen aus Schönfeld und
die Karateka. Der AC-Germania-Vorsitzende Gerd Pillep indes ist tunlichst
darum bemüht, keine Schärfe ins Spiel zu bringen. "Wir wollen weiter so
gut mit den anderen Vereinen und der Stadt zusammen arbeiten wie bisher",
erklärte er im TA-Gespräch. Angesichts der vorgesehenen Kürzung der
Betriebskostenzuschüsse hält er es allerdings für notwendig, den Gaszähler
für das Haus der Ringer abzutrennen. Eine Variante, die der Bürgermeister
für "nicht ausgeschlossen" hält, wie er gestern auf Anfrage von "Thüringer
Allgemeine" erklärte. Ihre Stromkosten bezahlen die Ringer ohnehin schon
seit vielen Jahren aus der Vereinskasse, haben einen eigenen Vertrag mit
Yello."Bei den Maßnahmen sind wir ja noch gar nicht ins Detail gegangen",
sagt Wolfgang Koenen. Und tatsächlich scheint sich auch in den ersten
Tagen des neuen Jahres in Sachen Kürzungspläne noch nichts weiter getan zu
haben. Man müsse sich vom Bauhof erst mal eine aktuelle Übersicht der
Nutzer geben lassen, hieß es gestern aus dem Rathaus. Allzu viel Zeit darf
man allerdings nicht mehr verstreichen lassen, wenn die Einspareffekte wie
geplant schon in diesem Jahr greifen sollen. Am guten Willen der Ringer
soll es jedenfalls nicht fehlen, versicherte Gerd Pillep. Aber wenn man
als Verein mit einem festgelegten Budget auskommen solle, dann müsse man
schon die Gelegenheit haben, die Kosten auch selbst zu kontrollieren.
(von Gritt Pommer - Thüringer Allgemeine) |