AC Germania siegt gegen die Bundesligareserve von Auerbach/Chemnitz

 

AC Auerbach/Chemnitz II - AC Germania Artern 14 : 22   
 

Es war kein guter Stern, unter dem die Auswärtsbegegnung des AC Germania in Auerbach stand. Noch am Donnerstagmorgen war alles Friede, Freude, Eierkuchen. Man kalkulierte im Germanialager mit bestmöglicher Besetzung und einem Sieg in Auerbach. Dann folgte eine Hiobsbotschaft der anderen.

Maik Oppermann wurde kurzfristig ins Feldlager abkommandiert. Jan Scholz hatte es erwischt, eine heftige Erkältung nahm ihm die Luft zum atmen. Und dann konnte sich Steve Brylla nicht mehr von der Toilette trennen. Ein Magen- und Darmvirus nahm ihm jegliche Kraft. Selbst der Trainingsversuch am Freitagabend musste aufs WC verlegt werden. Mit Stephan Knopf und Mario Panitzsch konnten die Gewichtsklassen von Steve und Maik zwar besetzt werden, doch beide Sportler hatten Untergewicht. So ging es nur um Schadensbegrenzung.

Und dann war auch noch die Vollsperrung auf der A9 im Großraum Halle. Dort steckte erst einmal Tilo Frisch fest. Dank des Sponsors vom Autohaus Barbarossa stand ein schnelles Fahrzeug zur Verfügung. Auf Höhe Naumburg wurde Tilo dann eingeladen und in einer Geisterfahrt nach Auerbach transportiert. Mit aufgedrehter Heizung, Tilo musste noch ein paar Gramm Gewicht machen, erreichte man 5 Minuten vor dem Wiegen die Wettkampfhalle. Das war knapp.

Und dann ging es auch schon los. Mit einem Bilderbuchstart geriet der Stress der Vortage in Vergessenheit. Jan Scholz gibt gleich richtig Gas und ehe sich Ricardo Meischner versieht, ist es auch schon vorbei. Schultersieger Jan Scholz. Und Vaclav Scheiner legt nach. Die erste Runde kann noch Uwe Drescher für sich entscheiden. Doch den Rest erledigt Vasek. In den Folgerunden kontrolliert er seinen Gegner und gewinnt verdient.

Auch Tilo war an diesem Abend jede Geschwindigkeitsüberschreitung wert. In einem ausgeglichenen Gefecht kann Tilo die entscheidenden Wertungen erzielen  und alle 3 Runden für sich entscheiden. So haben die Germanen erst einmal 10 Mannschaftspunkte auf der Habenseite. Es war klar, dass es jetzt schwerer wurde. Mario Panitzsch stellte sich bis 96 kg in den Dienst der Mannschaft und erzielt die ersten 2 Punkte durch einen konsequenten Beinangriff gegen Robby Eichhorn. Bei der nächsten Aktion wird Mario ausgekontert und verliert auf Schulter. Ähnlich schwer hat es Stephan Knopf im letzten Kampf vor der Pause. „Knöpfchen“ soll eine Schulterniederlage verhindern und wenn möglich nur 3 Punkte abgeben. Das gelingt ihm auch. Genau betrachtet war sogar etwas mehr drin.

Entspannung ist für Alex Reinshaus angesagt. Noch hoch motiviert vor dem Wiegen, ist ihm die Enttäuschung anzusehen. Als kampfloser Sieger, Auerbach konnte die Gewichtsklasse nicht besetzen, muss Alex zusehen. Die wertvollen Punkte streicht der AC Germania ein. Und derer gibt’s noch mehr. Tobias Boeck, Garant für Mannschaftspunkte, lässt nur in Runde eins ein wenig Luft. In den beiden Folgerunden zieht Tobias seine Linie konsequent durch und gewinnt souverän.

In Robert Fuchs hat an diesem Abend der Auerbacher Jörn Haas seinen Meister gefunden. In allen 3 Runden beherrscht Robert seinen Gegner und gewinnt mit technischer Überlegenheit. Rein rechnerisch war der Punktkampf zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Eigentlich konnten „Oppi“ und Christian Schurig eine ruhige Kugel schieben. Taten sie aber nicht. Christian Oppermann  gab gegen Dominik Förster alles. In einem bis zum Ende offenen Kampf muss sich Christian nur knapp geschlagen geben.

Ähnlich verlief es auch bei Christian Schurig gegen den routinierten Steffen Richter. Hier flogen so richtig die Fetzen. Obwohl der Mannschaftskampf  längst entschieden war, wurde sich hier nichts geschenkt.  Beim Rundenstand von 2 zu 1 wird die vierte Runde und somit der Kampf durch einen Verwarnungspunkt für den Auerbacher entschieden…

Wieder einmal war es die geschlossene Mannschaftsleistung, die dem AC Germania den verdienten 22 zu 14 Sieg bescherte. Gratulation.