Deutsche Meisterschaften der A-Jugend FR/GR
 

Grund zur Freude beim AC Germania Artern. Daniel Geist (Silber im Freistil) und Stephan Grimm (Bronze im griechisch-römischen Ringkampf) brachten zwei Medaillen von den Deutschen Meisterschaften der Kadetten an die Unstrut mit.

"Jetzt wird erst einmal das Losen trainiert", flachste Stephan Grimm. Der erfolgreichste Arterner Nachwuchsringer - er holte bei vier DM-Einzel-Starts drei Medaillen, darunter eine goldene, und stand zudem im Arterner Team der Deutschen C-Jugend-Mannschaftsmeister 2003 - spielte auf eine Pechsträhne an. Da haben die Arterner schon mal bei einer "Deutschen" mit ihm und André Günther in einer Gewichtsklasse (-58 kg) zwei heiße Eisen im Feuer - und dann führt sie das Los im ersten Poolkampf zusammmen! Kaum zu glauben, aber wahr: Schon bei den Mitteldeutschen und auch bei den Landesmeisterschaften war das so! Stephan hatte auch diesmal das bessere Ende für sich, zog nach fünf Schultersiegen und einer Punktniederlage ins kleine Finale um Bronze ein. Hier verlor er gegen Florian Brosamer die erste Runde 0:1, gewann die zweite 3:1 und machte nach 0:1-Rückstand sechs Sekunden vorm Abpfiff die "goldene Eins" (Trainer Gerhard Günther). Der Sieg war sicher. "Stephan macht aus scheinbar aussichtslosen Situationen noch etwas. Er zieht durch, wenn andere schon die Flügel hängen lassen", lobt Gerhard Günther seinen Schützling. Hinzu kommen Trainingsfleiß und konditionelle Stärke. "Die sieben DM-Kämpfe haben trotzdem mächtig geschlaucht", gesteht der Neuntklässler vom Roßlebener Gymnasium Klosterschule.

Mit Freistil-Silber in Neuss schmückte Sportgymnasiast Daniel Geist (-85 kg) - wie Grimm ein C-Jugend-Team-Champion - die Arterner Bilanz. Nach fünf Siegen unterlag der in Halle von Landestrainer Bernd Radschunat und Spezialsportlehrer Hans-Joachim Milewski betreute 15-Jährige lediglich dem vom deutschen Ringer Bund schon international eingesetzten mehrfachen Deutschen Meister Lederer aus Bayern in den beiden Finalrunden - und das auch nur knapp mit einem bzw. zwei Punkten.

Zur Belohnung erlässt der AC Germania den Eltern beider Medaillengewinner den sonst fälligen Anteil an der internationalen Jugendbegegnung in Masuren. Für Stephan Grimm ist deren erster Tag quasi ein eintägiges "Auslandspraktikum". Er absolviert in der letzten Woche vor den Ferien ein Praktikum bei seinem Heimatverein - und das geht nahtlos in den Polen-Tripp über. Eine andere Dienstreise hat er verpasst. Gerhard Günther: "Stephan hat erst zum Schluss mitbekommen, dass alle Deutschen Meister zur Kadetten-EM in Tirana fliegen." Vielleicht klappt das ja 2006. Wie´s geht, weiß Grimm. Bronze 2002 folgte Gold 2003.