Superschwer-Handicap bricht Germanen das Genick
AC Germania verliert 15 zu 14 in Werdau
Es war
ein Wettkampfabend der es wirklich in sich hatte. Zwischen himmelhoch
jauchzend bis zu Tode betrübt . Es war alles dabei. Doch fangen wir von vorn an.
Für die
Ringkämpfer des AC Germania war Auswärtskampf angesagt. Im vergangen Jahr der
Schwachpunkt, dieses Jahr sollte es besser werden. In Schneeberg punktete man
bereits erfolgreich, gleiches hatte man in Werdau vor. Doch leichter gesagt als
getan. Marcel Hunger, Arterns Superschwerer, musste sich nach dem
Schneebergkampf verletzungsbedingt am Ellbogen operieren lassen. Die Rückkehr
ins Team steht noch in Sternen. Für ihn stand am vergangenen Samstag Steffen
Steinbrück gegen Greiz im Team. Doch der wurde kurz vorm Werdaukampf von einem
Infekt heimgesucht, so dramatisch, dass sogar der Notarzt kommen musste.
Christoph Reinshaus, in den vergangenen Jahren eine zuverlässige Stütze der
Germanen, bastelt noch an seiner Diplomarbeit und hat im Moment andere Sorgen
als das Ringen. Und nun standen sie da, die Germanen mit ihren 3 Problemen. Das
Ende vom Lied, verschenkte vier Punkte in Werdau und die taten am Schluss
richtig weh. Auf der Waage sah es noch nach Schadensbegrenzung aus. Der Tscheche
Jiri Dostal sollte verletzungsbedingt seinen Kampf aufgeben. So die Aussage des
Trainers beim Wiegen. Doch es kam alles anders. Von den 9 ausgerungenen Kämpfen,
bis 120kg wurde, wie bereits erwähnt, geschenkt, gingen 7 über die volle Zeit
und nur 2 wurden vorzeitig entschieden. Zum einen gewinnt Tobias Boeck durch
Aufgabe seines Gegners zum anderen hatte an diesem Abend das Glück Mario
Panitzsch komplett verlassen. Alle anderen Begegnungen standen zum Teil bis zur
letzten Sekunde auf Messers Schneide. Mucki Scholz holt zum Auftakt die ersten
Mannschaftspunkte. In Marco Igel findet Jan einen harten Widersacher, der ihm
das Leben bis zum Schlussgong schwer macht. Lars Probst kommt bis 120kg kampflos
zu den Punkten. Vom Eindruck her wäre es eine lösbare Aufgabe für alle drei
unserer schweren Jungs gewesen, denn selbst eine Punktniederlage hätte uns am
Ende den Sieg gebracht. Tilo Frisch trifft auf den erwartet starken Andre
Troche. Bisher zog Tilo immer den Kürzeren. Auch diesmal verliert er knapp nach
Punkten. Richtig zur Sache geht es zwischen Robert Fuchs und Routinier Jörg
Kossowski. Am Ende ist es die Cleverness, die den erfahrenen Werdauer mit 3 zu 2
siegen lässt. Steve Brylla gibt die ersten 3 Minuten richtig Gas und erarbeitet
sich einen Punktevorsprung. In Runde zwei verliert er ein wenig den Faden,
gewinnt 12 zu 0. Vier Mannschaftspunkte waren aber eigentlich drin. Respekt vor
Marko Eichentopf, der sich immer wieder in den Dienst der Mannschaft stellt.
Ohne solche Idealisten würde es sicher um den Arterner Ringkampfsport düster
aussehen. Er erfüllt gegen einen starken Steven Fischer seine Aufgabe und
verliert nur nach Punkten. Nach dem Aufgabesieg von Tobias Boeck beginnt das
Rechnen. Beim Punktestand von 11 zu 9,5 für die Werdauer müsste eigentlich ein
Punktsieg von Maik Oppermann reichen. Es würde 11 zu 11,5 stehen. Durch die
Aufgabe von Jiri Dostal würde Swen Nickel durch die 4 Mannschaftspunkte das Team
mit 11 zu 15,5 in Führung bringen und Mario Panitzsch könnte selbst auf Schulter
verlieren und alles wäre paletti. Dementsprechend groß war der Jubel bei den
Germanen, als Maik Oppermann Thomas Neiser nach spannenden Kampf tatsächlich mit
2 zu 1 in der Verlängerung besiegt. Die darauf folgende Schulterniederlage von
Mario Panitzsch sah man dann nicht so dramatisch.
Doch
die Freude über den vermeintlichen Sieg währte nur kurz. Durch die 15 zu 11.5
Führung kamen die Gastgeber noch einmal ins Grübeln. Und man schickte den
Tschechen doch auf die Matte. Also gab es keine Geschenke für die Germanen. Swen
Nickel versuchte das Menschenmögliche. Der Tscheche war nur auf der Flucht.
Physisch stark und vollkommen passiv, eine sehr undankbare Mischung für den
Gegner. Erfolgreiche Ansätze wurden meist abgepfiffen, da der Tscheche zum
erneuten Verbinden der ständig blutenden Wunden in die Ecke musste. Es war kein
schöner Kampf. Swen ackerte fast bis zur Selbstaufgabe und gewinnt den Kampf mit
7 zu 0 Punkten. Doch das reichte diesmal nicht und so steht es am Ende 15 zu 14.
Den Werdauern kann man ob des gebrochenen Wortes keinen Vorwurf machen, die
meisten Teams hätten wahrscheinlich in dieser Situation genauso entschieden. Die
Enttäuschung war den Arternern danach ins Gesicht geschrieben.
Nun gilt es nach vorn zu schauen Am kommenden Samstag empfangen die
Unstrutstädter die Gäste vom SAV aus Leipzig in der Unstruthalle. Und da muss
unbedingt ein Sieg her.