Die Jahre von 1990 bis 2000

Die Jahre von 1990 bis 2000

Zum Zeitpunkt der Wendephase in unserem Lande mussten unsere Mitglieder und Anhänger neben den vielfältigen Orientierungsfragen somit letztlich auch diese, zunächst nicht von allen Seiten akzeptierte Entscheidung des Rückzuges der Männermannschaft mit tragen. Doch aufbauend auf die solide Nachwuchsarbeit und die über Jahre durchweg im Wettkampfbetrieb stehende II. Männermannschaft hatte unser Ringerlager eine gute Basis für den Neuanfang. Mit der am 16.06.1990 im Arterner „Haus der Ringer“ erfolgten Wiedergründung unter dem früheren Namen „Athletenclub Germania Artern 1900 e. V.“, wurde der offizielle Start im Deutschen Ringer-Bund des Deutschen Sportbundes vollzogen.

Neben der Abteilung Ringen gehört dem Verein noch die Abteilung Freizeitsport an. Während der Club eingetragenes Mitglied im Landessportbund Thüringen ist, gehört die Abteilung Ringen fachverbandsmäßig dem Landes Ringer-Verband Sachsen-Anhalt an.

In der nunmehr bereits zehnjährigen Zugehörigkeit zum Deutschen Ringer-Bund haben sich die Grün-Gelben in der Region Artern zu einem der anerkannt erfolgreichsten Sportvereine profiliert. Mit einem durchgängigen Übungs-, Trainings- und Wettkampfbetrieb, ab dem 1. Schuljahr bis hin zur Männerstaffel der Thüringenliga und der Alte-Herren-Trainingsgruppe, geht es auf den Mattenquadraten im Haus der Ringer täglich zur Sache. Diese kontinuierliche Breitenarbeit ist auch Grundlage dafür, dass es weiterhin eindrucksvolle Bilanzen von den Unstrutstädtern zu vermelden gibt.

Neben zahlreichen Medaillengewinnen bei Landeswettkämpfen sowie überregionalen- und internationalen Turnieren waren zweifellos drei bei Deutschen Jugendmeisterschaften errungene Vizemeistertitel die hervorragensten Ergebnisse im Nachwuchsbereich. Dabei holten Alexander Reinshaus und Marko Ziegner, die Schützlinge des langjährig erfolgreichen Kindertrainers Wolfgang Eckardt, bei den griechisch-römischen C-Jugendtitelkämpfen 1992 in Witten-Annen zu einem Doppelschlag aus und landeten beide als Vizemeister auf dem Treppchen. Das dritte Arterner Meisterschaftssilber erkämpfte der von Guido Meltzer trainierte Youngster Steffen Beckert 1996 beim Freistilchampionat in Münster.

Ein gutes Stück Vereinsleben und Ringkampfsport verkörperte in den letzten Jahren einmal mehr die Männermannschaft, das Aushängeschild des Athletenclubs. Die Grün-Gelben starteten von 1990 bis zur Saison 1994/95 in der Oberliga-Nord/Ost von Sachsen-Anhalt und gehörten dort mit mehreren Medaillengewinnen durchweg zu den Spitzenmannschaften.

Im Jahr 1995 wechselte die Germania-Crew in die Thüringenliga und erreichte dort gleich beim Erstauftritt auf Anhieb den II. Platz. Damit gab es das Novum, dass unser Männerteam mit Meisterschaftsbronze in der Oberliga-Nord/Ost und dem Vizemeistertitel in der Thüringenliga in einem Kalenderjahr zwei Meisterschaftsmedaillen in unterschiedlichen Ligen erkämpfte.

Die in der Unstrutsporthalle und in der Ausstellungshalle desArterner Opel-Autohaus Barbarossa stattfindenden Punktkämpfe, wo wir durchschnittlich zwischen 600 bis 700 Anhänger und Fans begrüßen konnten, waren durchweg mit Begeisterung aufgenommene allseitig niveauvolle Veranstaltungen. Die Mannschaftsleitung um Thomas Grosche und Gerhard Günther sowie das Trainerduo Steffen Günther und Uwe Pötzschke und Mannschaftskapitän Heiko Kupfernagel haben unsere Germania-Staffel durchgängig zu anerkannt beeindruckenden Saisonerfolgen geführt.

Wir belassen es zur Männerriege bei diesen Darlegungen und verweisen auf das Sprichwort, dass der Erfolg bekanntlich immer viele Väter hat, und solche gibt es in unserem Athletenclub derzeit in uneigennütziger Art und Weise recht zahlreich. Viele Aktive und Mitstreiter unseres erfolgreichen Nachwuchs- und Männerbereiches sind auf den Fotos unserer gegenwärtigen Trainingsgruppe integriert. Die in der Festschrift abgebildete Fotoserie unserer Trainingsgruppen des Jubiläumsjahres 2000, von den Erstklässlern bis hin zum Männerbereich, belegt recht eindrucksvoll, auf welcher Breitenbasis unsere Trainer, Kampfrichter, Funktionäre und Sportler angetreten sind, um die kommenden Aufgaben anzugehen.

Neben den sportlichen Aktivitäten prägen sehr viele andere Aufgaben und Ereignisse das Vereinsgeschehen. So sind die alljährlichen Weihnachtsfeiern und Faschingsveranstaltungen inzwischen zu einer guten Tradition geworden. Verschiedentlich gestaltete man Sylvesterpartys, die immer guten Anklang bei der Mitgliedschaft fanden.

Der Verein ist seit 1975 in der glücklichen Lage, mit dem Haus der Ringer ein eigenes Vereinsheim zu besitzen. Hier ist der Dreh- und Angelpunkt unseres gesamten Vereinslebens. Besonderen Anklang findet die durch Vereinsaktivitäten erbaute und durchgängig sanierte bzw. erweiterte Begegnungsstätte sowohl bei den Aktiven, als auch bei den zahlreichen Mitgliedern, die hier nach dem Training und den Rundenkämpfen, speziell den Heimkämpfen, Platz finden, um sich heimisch fühlen zu können. Außerdem verfügt der Verein neben dem u. a. auch durch den Dokumentarfilm „Der neunte Frühling“ in Deutschland weit bekannten „Ello-Bus“ über einen von der Arterner Opel-Autohaus Barbarossa GmbH gesponserten Kleinbus als zweites eigenes Fahrzeug.

Wenn man die gesellschaftliche sowie sportliche Vergangenheit und Gegenwart des Athletenclubs Germania Artern 1900 e. V. aus allseitiger Sicht beleuchten darf, dann sollte erwähnt werden, dass sich die in den bisherigen 100 Vereinsjahren Verantwortlichen sehr viel Mühe gegeben haben, um die vielfältigen Vereinsprobleme zu lösen.

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