Germanen feiern die Meisterschaft und den Aufstieg in die zweite Bundesliga

ACG vs RVE Lugau 20:11

Bericht: Alexander Krospe (Thüringer Allgemeine)

Der AC Germania gewinnt im letzten Kampf der Regionalliga Mitteldeutschland gegen den RVE Lugau mit 20:11 und schafft den größten Erfolg der Vereinsgeschichte

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>>Einzelergebnisse (Ligadatenbank)

Um 19:48 Uhr am Samstagabend war die Mission erfüllt. Der AC Germania Artern ist erstmals in seiner langen Vereinsgeschichte in die 2. Bundesliga aufgestiegen und ist zudem die erste Sportmannschaft, die den Kyffhäuserkreis auf Bundesebene vertritt.

Die Ringer und das Publikum ließen ihren Emotionen nach dem 20:11-Sieg gegen den Ringerverein Eichenkranz Lugau freien Lauf und feierten ausgelassen den größten Erfolg der Klubhistorie. „Zweite Liga, Artern ist dabei“, skandierte das Publikum in der rappelvollen Unstruthalle, während das Lied „We are the Champions“ durch die Lautsprecher hallten und die Ringer vom AC Germania sich ihre Aufstiegs-T-Shirts überstreiften. „2. Bundesliga – wir sind gekommen, um zu bleiben“ stand auf diesen geschrieben und beinhaltete sogleich das Ziel für die kommende Saison – den Klassenerhalt. An das nächste Jahr hat während der Jubelszenen freilich noch keiner so recht gedacht – mit Ausnahme von Arterns Trainer Michael Getschmann vielleicht. „Ich habe ein bisschen Angst davor, was  in der 2. Bundesliga auf uns zu kommt, weil ich weiß, wie schwer das wird. Da konnten in dieser Saison einzig die Kämpfe gegen Potsdam ansatzweise andeuten, welch starke Gegner uns erwarten werden. Das wird eine Bewährungsprobe für den ganzen Verein, aber ich hoffe, wir haben uns richtig entschieden, diesen Schritt in die 2. Bundesliga zu gehen“, so Getschmann,  der  ausgelassen wie selten jubelte und seine Freude heraus schreien musste.

Der sonst so bescheidene Erfolgstrainer, der die Arterner 2011/12 aus der Oberliga wieder in die Regionalliga, dort in der Vorsaison auf den zweiten Meisterschaftsplatz und nun sogar in die zweite Bundesliga geführt hat,  herzte nicht nur seine Athleten, sondern auch den Liga-Referenten Henning Tröger, der nach dem Kampf die Goldmedaillen an die Arterner Sportler  übergeben hatte.

Dabei fing der Kampfabend alles andere als optimal an. Der junge Annulack Eisenhardt hatte im ersten Kampf (57 Kilogramm Griechisch-Römisch) gegen Lugaus Libor Milichovsky keine Chance und verlor noch in der ersten Runde technisch unterlegen. Doch die  kurz einhaltende  Ernüchterung pulverisierte  Daniel Geist. Der Schwerathlet (130 Kilogramm Freistil ) nutzte die erste Aktion gegen Jens Günther sofort zum Schultersieg nach rekordverdächtigen sieben (!) Sekunden. Während die Halle das erste Mal tobte, feierte „Geisti“ seinen Sieg mit einem trotz seines Gewichtes selten leichtfüßig gesehenen Flickflack.

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Fast schon Zeit mit seinem Schultersieg ließ sich Stephan Knopf (61 Kilogramm Freistil), der gegen Marius Barta „erst“ nach 1:37 Minuten zum Erfolg kam. Spannung brachte das Duell von Publikumsliebling Oldrich Varga  gegen Lugaus Alexander Tyschkowski. Während Letzterer die gesamte Saison über ungeschlagen blieb und gegen Varga in der Vergangenheit noch nie verloren hatte, stellte sich der Arterner in den Dienst der Mannschaft und rückte eine Gewichtsklasse in das Limit bis 98 Kilogramm Griechisch-Römisch auf. Trotz 14 Kilogramm Gewichtsdefizits war Varga der aktivere und gewann aufgrund der dritten Passivität Tyschkowskis zum ersten Mal  überhaupt gegen den hoch gewachsenen  Lugauer.

Ebenfalls ein Feuerwerk brannte Marco Scherf (66 Kilogramm Griechisch-Römisch) gegen Jan Nagel ab, gewann nach nur 59 Sekunden technisch überlegen und sorgte dafür, dass die erste Kampfhälfte nur ganze elf Minuten dauerte.

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Nach der Pause, in der Ex-Ringer Konstantin Kersten vom Verein verabschiedet wurde, holte  Christian Kleint (86 Kilogramm Freistil) gegen Marcus Nürnberger zwei weitere Mannschaftspunkte für  Artern, während sich Pascal Göbel (66 Kilogramm Freistil)  Mathias Nürnberger   geschlagen geben musste.

Nach dem 15:7-Zwischenstand holte  Jan Ziska (86 Kilogramm Griechisch-Römisch) dank einer Zweierwertung gegen Jens Blachut den einen noch notwendigen Mannschaftspunkt, um den Aufstieg der Arterner bereits zu besiegeln. So spielte die Niederlage vom technisch unterlegenen Nick Ratayczak (75 Kilogramm Griechisch-Römisch) gegen Toni Peprny nicht mehr die ganz große Rolle, ehe Juan Nguyen (75 Kilogramm Freistil) mit seinem Schultersieg nach nur 18 Sekunden gegen Falko Demmler die Jubelarien in der Unstruthalle einstimmen konnte.

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Der verletzte Andreas Bering führte die obligatorische Aufstiegs-Sektdusche durch, bevor die Mannschaft Trainer Getschmann gen Hallendach streckte. „Ich habe mich vor dem Kampf nicht mit irgendwelchen Partyszenarien beschäftigt und bin gespannt, was da auf uns zukommt. Die Arterner können feiern und wir werden ganz spontan  eine richtige Sause machen“, kündigte Getschmann vor dem Party-Marathon an, der bei  manch einem Athleten bis fünf Uhr am Sonntagmorgen angedauert haben soll.

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